Störungen des Gasheizkessels Beretta: So entschlüsseln Sie den Fehlercode und beheben die Störung
Die Gaskessel von Beretta haben sich als Wärmeenergiequelle in autonomen Heizsystemen hervorragend bewährt. Die Geräte sind mit einer Selbstüberwachungsfunktion für die Prozesse ausgestattet, die in den Komponenten und Teilen während des Kesselbetriebs ablaufen. Über Störungen im Gerätebetrieb kann man anhand der Lichtsignale informiert werden.
Wir analysieren die typischen Störungen des Gaskessels Beretta und deren Behebung. Wir betrachten, in welchen Fällen das Problem eigenständig gelöst werden kann. Wir klären, wann für Reparaturarbeiten ein Fachmann des Gasdienstes gerufen werden muss.
Wir erklären, wie man den Fehler im Betrieb des Geräts erkennt, vor dem es den Besitzer selbst warnt. Wir geben Hinweise, was die Buchstaben- und Zahlenkombinationen bedeuten, die bei einer Störung auf dem integrierten Display oder den Anzeigen erscheinen. Mit diesen Informationen können Sie entscheiden, wie Sie am besten vorgehen.
Inhalt des Artikels:
Häufige Störungen der Beretta-Kessel
Nach Meinung von Gastechnikern, die mit der Reparatur und Einstellung von Beretta-Gaskesseln befasst sind, lassen sich einige grundlegende Störungen hervorheben, die bei Geräten dieser Marke am häufigsten auftreten:
- Am Brenner fehlt die Flamme, was zu einer Blockierung des Gerätebetriebs führt. Ein solches Problem kann mehrere Ursachen haben, angefangen von einer Verstopfung bis hin zum fehlenden Gasnachschub.
- Defekt der Steuerplatine. Dies geschieht aufgrund von Kondensatansammlung auf der Platine, was zu ihrem Ausfall führt. Der Defekt der Platine kann auch durch Durchbrennen von Bauteilen auf ihr verursacht werden.
- Erhöhung des Rauchgasdrucks. Zu einer solchen Störung können Eisbildung im Abzug des Gaskessels, Verrußung und verstärkter Wind führen. Infolgedessen wird der Betrieb des Geräts blockiert.
- Defekt des Selbstdiagnosesensors. Dies führt ebenfalls zur Abschaltung des Geräts durch das Steuerungssystem.
- Niedriger Wasserdruck bei der Zufuhr zum Heizkreislauf. Meistens ist die Ursache ein Leck oder Probleme mit dem Ausdehnungsgefäß.
Die von Fachleuten gesammelten Statistiken bedeuten nicht, dass bei jedem Kessel der Marke Beretta genau diese Störungen auftreten.
Möglicherweise treten über einen längeren Zeitraum überhaupt keine Probleme auf, oder es treten völlig andere Störungen aus anderen Gründen auf. Jede Störung oder jeder Fehler bei Beretta-Gaskesseln hat eine eigene Kennzeichnung in Form eines Codes, der vom Steuerungssystem auf dem LCD-Display angezeigt wird.

Die Fehlererkennung erfolgt dank des Selbstdiagnosesystems, das es ermöglicht, Probleme sofort bei ihrem Auftreten zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Wie funktioniert das Selbstdiagnosesystem?
Bei den Kesseln von Beretta besteht das Selbstdiagnosesystem aus einem Netzwerk von Überwachungssensoren, die an den wichtigsten Arbeitskomponenten der Geräte angebracht sind.
Nach dem Einschalten des Kessels beginnen die Sensoren kontinuierlich zu arbeiten; sie benötigen keinen zusätzlichen speziellen Start. Nach dem gleichen Prinzip ist ein Ausschalten der Sensoren ohne Anhalten oder Blockieren des Gasheizkessels nicht möglich.

Bei Änderung der überwachten Parameter oder einer Betriebsstörung einer Komponente werden die Signale der Sensoren an das Steuermodul gesendet, das die Anlage blockiert. Gleichzeitig wird auf dem Display ein Fehlercode angezeigt, der es dem Kesselbesitzer ermöglicht, die Art der Störung zu ermitteln und Maßnahmen zu deren Behebung zu ergreifen.
Neben dem Display signalisieren auch spezielle Anzeigen Störungen im Betrieb der Beretta-Kessel, die je nach Konstruktionsmerkmalen der verschiedenen Modelle der Heizgeräte angeordnet sind.
Fehlercodes auf dem Kesseldisplay
Auf dem LCD-Display, mit dem nahezu alle Modelle der Gasheizkessel von Beretta ausgestattet sind, werden Informationen über den Betriebsmodus der Anlage sowie Fehler- und Störungscodes angezeigt, die während des Betriebs auftreten.
Die meisten Störungen werden durch einen Neustart des Kessels behoben. Sollte das Problem nach dem Neustart jedoch nicht verschwunden sein, müssen die unten aufgeführten Teile und Komponenten überprüft werden.

Wir haben versucht, eine möglichst vollständige Liste der Fehler zu erstellen.
A01 – Keine Flamme am Brenner, 5 erfolglose Zündversuche.
Überprüfen:
- Vorhandensein von Gas in der Leitung;
- Stellung des Absperrventils des Kessels;
- Gasventil einstellen;
- Brenner mit Düsen reinigen;
- Zündelektrode, ggf. Kontakte reinigen;
- Zündrelais;
- Untergeordnete Platine austauschen.
A02 – Überhitzung des Thermostats.
Überprüfen:
- Thermostat, Unversehrtheit der Verkabelung zu ihm;
- Reinigung oder Austausch der Umwälzpumpe durchführen;
- Bei niedrigem Druck im Kreislauf Flüssigkeit nachfüllen.
A03 – Störung der Abgasabführung.
Überprüfen:
- Vorhandensein von Zug;
- Schornstein des Gasheizkessels reinigen, ggf. Eis am Auslass entfernen;
- Lüfter reinigen oder austauschen, Kontakte überprüfen;
- Rauchsensor, seine Kontakte.
A04 – Druckabfall im Wassersystem.
Überprüfen:
- Vorhandensein von Lecks;
- Drucksensor, seine Kontakte;
- Umwälzpumpe;
- Vorhandensein von Verstopfungen im System;
- Untergeordnete Platine austauschen.
A05 – Defekt des NTC-Temperatursensors für Warmwasser.

Überprüfen:
- NTC-Sensor, seine Verbindungen, bei Bedarf das Teil ersetzen;
- Untergeordnete Platine austauschen.
A06 – Defekt des NTC-Temperatursensors für Heizung.
Überprüfen:
- NTC-Sensor, seine Verbindungen, bei Bedarf ersetzen;
- Untergeordnete Platine austauschen.
A07 – Thermorelais öffnet nicht.
Überprüfen:
- Untergeordnete Platine austauschen.
A08-A10 – Interner Fehler der untergeordneten Platine.
Überprüfen:
- Untergeordnete Platine austauschen.
A11 – Flammensimulation (Feuer bei ausgeschaltetem Brenner).
Überprüfen:
- Reset drücken, neu starten;
- Wenden Sie sich an die Servicefachleute.
A12, A15 – Fehler auf der untergeordneten Platine.
Überprüfen:
- Untergeordnete Platine austauschen.
A16, A18 – Fehler auf der Hauptplatine.
Überprüfen:
- Hauptplatine ersetzen.
A20 – Flamme bleibt nach Schließen des Gasventils bestehen.
Überprüfen:
- Gasventil, bei Bedarf ersetzen.
A24 – Störung des Ventilators.
Überprüfen:
- Anschluss des Ventilators, seine Kontakte;
- Bei Defekt den Ventilator ersetzen.
ADJ – Fehler in den Einstellungen für min und max Leistung.
Überprüfen:
- Die erforderlichen Parameter einstellen.
E02 – NTC1-Sensor nicht angeschlossen.
Überprüfen:
- NTC1-Sensor, seine Verbindungen, bei Bedarf ersetzen.
E04 – NTC3-Sensor nicht angeschlossen.
Überprüfen:
- NTC3-Sensor, seine Verbindungen, bei Bedarf ersetzen.
E18 – Kurzschluss des NTC1-Sensors.
Überprüfen:
- Stecker des NTC1-Sensors;
- Teil ersetzen.
E20 – Kurzschluss des NTC3-Sensors.
Überprüfen:
- Stecker des NTC3-Sensors;
- Teil ersetzen.
E23-E26 – Fehler auf der Hauptplatine.
Überprüfen:
- Hauptplatine ersetzen.
E32 – Kein untergeordneter (SALVE).
Überprüfen:
- Stellung der zweipoligen Schalter an den einzelnen Aggregaten, diese in die Position ON bringen.
E33 – Phase und Neutralleiter falsch angeschlossen.
Überprüfen:
- In der richtigen Reihenfolge wieder anschließen.
E34 – Fehler der Reset-Taste bei mehr als 7-maligem Drücken innerhalb von 30 Minuten.
Überprüfen:
- 40 Minuten warten, bis der Fehler verschwindet;
- Untergeordnete Platine austauschen.
E35 – Störung des Druckrelais.
Überprüfen:
- Den Wasserdurchfluss in jedem Kreislauf überprüfen, auf den Normwert 2 m³/h einstellen;
- Durch ein neues Teil mit einer Einstellung von 500 l/h ersetzen.
E36 – Fehler auf der untergeordneten Platine.
Überprüfen:
- Untergeordnete Platine austauschen.
E37 – Fehler bei der Flammenerkennung.
Überprüfen:
- Elektroden reinigen oder ersetzen.
E38 – Kurzschluss des Rauchsensors.
Überprüfen:
- Element ersetzen.
E39 – Kein Kontakt zum Rauchsensor.
Überprüfen:
- Stecker des Rauchsensors;
- Teil ersetzen.
E40 – Fehler 50 Hz.
Überprüfen:
- Frequenz in der Stromleitung;
- Spannungsstabilisator anschließen.
E41 – Fehler auf der Slave-Platine.
Überprüfen:
- Untergeordnete Platine austauschen.
E42 – Kurzschluss des Sensors am Vorlaufrohr.
Überprüfen:
- Stecker des Sensors am Vorlaufrohr;
- Teil ersetzen.
E43 – Kein Kontakt zum Sensor am Vorlaufrohr.
Überprüfen:
- Stecker des Sensors am Vorlaufrohr;
- Teil ersetzen.
E44 – Kurzschluss des Sensors am Rücklaufrohr.
Überprüfen:
- Stecker des Sensors am Rücklaufrohr;
- Teil ersetzen.
E45 – Kein Kontakt zum Sensor am Rücklaufrohr.
Überprüfen:
- Stecker des Sensors am Rücklaufrohr;
- Teil ersetzen.
E46 – Überhitzung des Sensors am Vorlaufrohr.
Überprüfen:
- Wasserdurchfluss in jedem Kreislauf messen;
- Durchfluss auf den Normwert von 2 m³ bringen.
E47 – Überhitzung des Sensors am Rücklaufrohr.
Überprüfen:
- Wasserdurchfluss in jedem Kreislauf messen;
- Durchfluss auf den Normwert von 2 m³ bringen.
E48 – Überhitzung des Rauchsensors.
Überprüfen:
- Wasserdurchfluss in jedem Kreislauf messen;
- Wärmetauscher von beiden Seiten reinigen.
Manchmal treten Situationen auf, in denen Fehler nicht auf dem Display des Beretta-Gaskessels angezeigt werden, aber andere Anzeichen von Störungen im Betrieb des Geräts auftreten.
Zu diesen Anzeichen zählen das Auftreten von Gas- oder Verbrennungsgeruch im Raum mit dem Kessel, die verzögerte Zündung des Brenners sowie eine deutliche Abweichung zwischen der Kesseltemperatur und der Temperatur der Heizkörper. Diese Störungserscheinungen sollten ebenso ernst genommen werden wie die Codes auf dem Display.
Was bedeuten die Signale der Anzeigen?
Bei einigen Modellen von Beretta-Gaskesseln, wie z. B. dem Beretta City, können Störungen im Betrieb anhand der Signale der roten, gelben und grünen Anzeigen erkannt werden.
Die Anzeigen bestehen aus zwei oder drei Leuchtdioden auf der Mittelplatte, die bei Auftreten einer Störung mit unterschiedlicher Intensität zu blinken beginnen.

Das Blinken der grünen Anzeige kann Folgendes bedeuten:
- 1 Mal/3,5 Sek. – Das Gerät befindet sich im Bereitschaftsmodus, die Flamme ist aus.
- 1 Mal/0,5 Sek. – Der Kessel ist aufgrund einer Störung gestoppt.
- 1 Mal/0,1 Sek. – Das Gerät wurde auf automatische Regelung umgeschaltet.
- Die Anzeige leuchtet und blinkt nicht – der Kessel arbeitet normal, das Feuer brennt.
Beretta City kann aufgrund einer Störung anhalten, wenn Signale von den Druck- und Rauchabzugssensoren empfangen werden.
Der Kessel kann den Betrieb für 10 Minuten unterbrechen, innerhalb derer sich die richtigen Parameter wiederherstellen sollen. Während dieser Zeit führt das System automatisch einen Scan durch. Eine ausführliche Anleitung zur Überprüfung der Sensorwerte des Beretta-Gasheizkessels sollte bereits im Selbstdiagnosesystem integriert sein.

Die rote Anzeige leuchtet in folgenden Fällen auf:
- Die Anzeige leuchtet und blinkt nicht – wenn der Betrieb des Kessels nach einer Unterbrechung nicht wiederhergestellt ist, schaltet das Gerät in den Störungsmodus;
- Die Anzeige blinkt – der Grenztemperatursensor hat ausgelöst. Manchmal kann der Fehler mit dem Betriebsartenschalter behoben werden.
Gleichzeitiges Blinken der roten und grünen Leuchtdiode tritt bei einem Defekt des NTC-Sensors auf.
Die gelbe Anzeige leuchtet und brennt kontinuierlich, wenn die Vorwärmung des Heizmediums im Kreislauf eingeschaltet wird.

Um alle oben beschriebenen Störungen von Beretta-Gaskesseln zu beheben, wird dringend empfohlen, die Dienste von Technikern autorisierter Servicezentren und Organisationen in Anspruch zu nehmen, mit denen ein Vertrag zur Wartung der Gasgeräte und zur Lieferung von Erdgas abgeschlossen wurde.
Ein eigenmächtiger Eingriff in die komplexe Konstruktion der Kessel kann zu einem noch schwerwiegenderen Defekt führen, der eine kostspielige Reparatur und einen langen Stillstand des autonomen Heizsystems zur Folge hat.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Um Störungen und Fehler beim Betrieb des Beretta-Gasheizkessels zu beheben, ist es notwendig, das Funktionsprinzip zu verstehen:
Beispiel für die Erkennung und Behebung eines Fehlers des Beretta-Gasheizkessels:
Wenn Ihr Beretta-Gasheizkessel einen bestimmten Fehler anzeigt, wird empfohlen, die Sache nicht schleifen zu lassen und die Reparatur oder Einstellung nicht hinauszuzögern. Bevor Sie sich jedoch an die Gasfachleute wenden, wäre es für den Gerätebesitzer gut, selbst zu verstehen, worin der Fehler des Geräts besteht.
Die Kenntnis der Ursache der festgestellten Störung hilft dem Besitzer, bei der Kommunikation mit dem Fachmann des autorisierten Service eine optimale Lösung des Problems zu finden.
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