Luftwechselrate in Büroräumen: Normen und Regeln für die Organisation des richtigen Luftwechsels
Geben Sie zu, es ist sehr unangenehm, in einem stickigen Büro mit verbrauchter Luft zu arbeiten – es entsteht ein Gefühl starker Müdigkeit, ständiger Wunsch, sich hinzulegen und zu schlafen, sowie unbegründete Gereiztheit. Der Grund für diesen Zustand ist äußerst einfach – unzureichender Sauerstoffgehalt in der eingeatmeten Luft.
Aus diesem Grund ist die Sicherstellung des richtigen Luftwechsels in Büros eines der schwierigsten Probleme des modernen Bauens. Zur Bestimmung der Normen und Anforderungen an die Luftwechselrate in Büroräumen wurden zahlreiche Experimente und Studien durchgeführt.
Das Ergebnis dieser Arbeiten ist die Erstellung von normativen Dokumenten, die die Normen der Luftwechselrate enthalten. Diese können ohne die richtige Einrichtung der Lüftungsanlage nicht gewährleistet werden.
Inhalt des Artikels:
Gesetzliche Normen und Anforderungen
Die Luftwechselnormen, die in SP 60.13330.2016 festgelegt sind, werden durch die Zweckbestimmung des Raumes und die Anzahl der darin arbeitenden Personen bestimmt.
Das Dokument enthält die folgenden Anforderungen an die Luftwechselrate (pro Person):
- Raum für operative Besprechungen – 60 m³/h;
- Büro des Vorgesetzten – 60 m³/h;
- Empfangsraum des Vorgesetzten – 40 m³/h;
- Besprechungsraum – 40 m³/h;
- Open-Space-Büro (Büro offener Bauweise) – 30 m³/h;
- Flure und Hallen – 11 m³/h;
- Toiletten – 75 m³/h;
- Raucherräume – 100 m³/h.
Die Sicherstellung einer angemessenen Raumlüftung ist nicht nur aus Sicht der Arbeitssicherheit wichtig. Es geht um die Gesundheit der Menschen und die Qualität der Arbeit.

Verbrauchte, stickige Luft trägt nicht zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit des Teams bei, daher verschlechtert sich die Arbeitseffizienz und das Unternehmen erleidet wirtschaftliche Verluste. Die Nichteinhaltung der in SNiP 41-01-2003 dargelegten Anforderungen wird nicht nur zu Geldstrafen führen, sondern auch eine Vielzahl funktionaler Probleme nach sich ziehen.
Anforderungen an die Lüftungsanlage von Büros
Die Regeln sind äußerst einfach und verständlich.
Damit die Luftwechselrate in Büroräumen eingehalten wird, müssen folgende Dinge gewährleistet sein:
- Systematische Zufuhr von sauerstoffreicher Luft.
- Abfuhr der verbrauchten Luft mit hoher CO2-Konzentration.
- Entfernung von Staub und anderen Verunreinigungen aus dem Zuluftstrom.
Entsprechend allen oben genannten Anforderungen und unter Berücksichtigung der Luftwechselnormen pro Person gewährleistet das Lüftungssystem einen ordnungsgemäßen Luftaustausch im Raum, selbst wenn das natürliche Lüften des Büros überhaupt nicht stattfindet.
Beispielsweise befinden sich in manchen Business-Centern Büros in Untergeschossen und haben überhaupt keine Fenster.

Es gibt auch Anforderungen, die direkt an die Lüftungsanlage selbst gestellt werden. Nur eine Lüftungsanlage, die diesen zu 100 % entspricht, darf in einem modernen Büro eingesetzt werden.
Hier sind die wichtigsten Kriterien:
- Geräuscharmut.
- Energieeffizienz.
- Möglichkeit zur Anpassung der Funktionsparameter der Anlage, einfache Bedienung.
- Funktionalität kombiniert mit Kompaktheit.
- Einfache Montage, keine Notwendigkeit für größere Reparaturarbeiten.
Eine gut durchdachte Organisation des Luftaustauschs ermöglicht eine rationellere Nutzung der Flächen von Gewerberäumen.
Die Bedingungen in einem Büro im 3. Stock und beispielsweise in einem Kellerraum werden sich nicht unterscheiden.
Arten der Organisation des Luftwechsels
Wie die Lüftungsfrage gelöst wird, liegt bei den Ingenieuren und Planern. Hauptsache, alles entspricht den Anforderungen.
In Abhängigkeit von den Gebäudeeigenschaften sowie den funktionalen und technischen Merkmalen des Raumes, in dem der Luftaustausch gewährleistet werden muss, wird eines der folgenden Systeme ausgewählt:
- Zu- und Abluftlüftung – die am häufigsten nachgefragte Lösung bei der Ausstattung verschiedenster Büros;
- Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung;
- Zuluft und modulare Zu- und Abluft;
- zentrale Klimaanlage.
Aufgrund ihrer funktionalen Eigenschaften sind die ersten beiden Systeme am beliebtesten.
In Europa werden fast überall Systeme mit Wärmerückgewinnung installiert. Obwohl jede der genannten Optionen ihre Vorteile hat.

Insgesamt lässt sich die Wahl der Variante des Lüftungssystems durch mehrere Faktoren erklären.
Die wichtigsten davon sind:
- Bürofläche;
- Grundriss und Anzahl der Mitarbeiter;
- Anzahl der im Raum betriebenen Geräte.
All diese Kriterien müssen bei der Wahl der Art und Leistung der installierten Anlage berücksichtigt werden. Zum besseren Verständnis der Thematik ist es sinnvoll, die Besonderheiten der oben genannten Lüftungssysteme im Detail zu betrachten.
Zu- und Abluftsystem
Das Funktionsprinzip dieser Lüftungsanlage lässt sich wie folgt beschreiben: Durch Straßenöffnungen mit Gittern gelangt frische Luft in das Zuluftgerät, wo sie gereinigt, erwärmt oder gekühlt wird.
Anschließend gelangt sie über die Verzweigungen in jedes Büro. Das System ist einfach und zuverlässig im Betrieb und eignet sich sowohl für große als auch für kleine Räume. Es sorgt für eine organisierte Zu- und Abluft.
Die Funktion des Luftüberdrucks hat Priorität, wenn sich das Büro in der Nähe einer Küche oder eines Raucherraums befindet (unter Luftüberdruck versteht man die Verhinderung des Eindringens verrauchter Luft in andere Räume).
Es ist wichtig, die Wege der Zuluft und die Position der Zuluftöffnungen so zu planen, dass eine Stagnation des Luftstroms grundsätzlich ausgeschlossen wird.
Parallel dazu sollte kein Zugluftgefühl entstehen. Eine weitere wichtige Funktion der Lüftung ist die möglichst gleichmäßige Verteilung der zugeführten Frischluft in allen Räumen.

Die Nachfrage nach Zu- und Abluftgeräten erklärt sich durch ihre zahlreichen Vorteile. Die überwältigende Mehrheit der Büros ist damit ausgestattet.
Zunächst sind folgende Vorteile dieses Systems zu beachten:
- Der Austausch der mit Kohlendioxid angereicherten Raumluft gegen frische Luft erfolgt kontinuierlich;
- Die in die Büros gelangende Luft wird nicht nur gereinigt, sondern auch erwärmt;
- Die Befeuchtung der Zuluft wird gewährleistet. Diese Funktion ist nicht in allen Lüftungsgeräten vorhanden;
- Der Stromverbrauch wird reduziert.
Ein einfaches und universelles Schema, das die Erstellung eines Projekts für nahezu jeden Raum ermöglicht, unabhängig von architektonischen und konstruktiven Besonderheiten. Selbst wenn es sich um ein Gebäude aus der Vorkriegszeit handelt.
Gleichzeitig sind auch die Nachteile der Zu- und Abluftlüftung zu erwähnen:
- Lautstärke – wird durch die Drehung der Lüfterflügel verursacht.
- Eine Kühlung des zugeführten Luftstroms in der warmen Jahreszeit ist nicht vorgesehen.
Daher besteht die Notwendigkeit, spezielle Geräte zur Normalisierung des Innenraumklimas zu installieren.
Ein hoher Komfort ist bei einer solchen Lautstärke nicht erreichbar.
Besonderheiten der Zuluftlüftungsanlage
Die Zufuhr von frischer Luft ins Innere wird durch die Zuluftbelüftungsanlage gewährleistet.
Die Abführung von Luft mit hohem CO2-Gehalt erfolgt durch die Öffnungen des Lüftungsschachts.

Die Verwendung einer Zuluftlüftung im Büro bietet eine Reihe von Vorteilen.
Die wichtigsten davon sind unten aufgeführt.
- Das System gewährleistet einen intensiven Luftaustausch in der Raumumgebung und eine kontinuierliche Zufuhr von mit O2 angereicherter Luft zu allen im Gebäude befindlichen Büroräumen;
- Die eintretenden Luftmassen werden qualitativ gereinigt;
- Die Erwärmung des eintretenden Luftstroms auf die erforderliche Temperatur wird sichergestellt. Dadurch kann ein angemessenes Komfortniveau erreicht werden;
- Der Stromverbrauch wird reduziert. Dies wird durch die Ausstattung der Zu- und Abluftgeräte mit einem Wärmerückgewinnungssystem ermöglicht. Das Gerät ermöglicht die Erwärmung des eintretenden Luftstroms mit der Wärme, die aus den Büros abgeführt wird – so können bis zu 80 % der sonst vergeudeten Energie genutzt werden. Dabei erfolgt keine Vermischung der Luftströme, die Qualität der Zuluft bleibt unverändert.
Nachteil: Die Installation einer Zuluftlüftung ist ein recht kostspieliger Vorgang. Dennoch ist der Preis nicht ungerechtfertigt.
System der zentralen Klimatisierung
Der Einsatz des Systems ist in kleinen Büros sinnvoll – Kanal-Klimageräte sorgen für eine optimale Belüftung und Reinigung des Luftstroms in Räumen mit kleiner Fläche.
Meistens wird die Kanal-Klimaanlage im Flur oder im Sanitärraum installiert.

Ein Innengerät ist in der Systemkonstruktion nicht vorgesehen. Es besteht keine Möglichkeit, für jedes Büro eine bestimmte Temperatur einzustellen. Für Büros mit einer Fläche von mehr als 200 m² wird das System nicht eingesetzt.
Für die Einrichtung von Lüftungssystemen werden auch zentrale Klimaanlagen eingesetzt. Diese Geräte werden zur Belüftung großer Räumlichkeiten verwendet und zeichnen sich zudem durch beträchtliche Abmessungen aus. Meist werden sie auf dem Dach des Gebäudes oder im Keller installiert.

Ein wichtiger Vorteil zentraler Klimaanlagen ist ihre Multifunktionalität. Die Geräte bestehen aus mehreren Sektionen.
Zu den obligatorischen Elementen gehören solche, die Folgendes gewährleisten:
- Kühlung/Heizung;
- Filterung;
- Geräuschdämpfung;
- Luftbefeuchtung.
Eine kostspielige, aber dennoch vorteilhafte Lösung. Meist wird es in Gebäuden eingesetzt, die in einen Produktions- und einen Büroteil unterteilt sind.
Erstellung des Lüftungsprojekts für das Büro
In Anbetracht dessen, dass die Lüftung ein komplexes technisches System ist, das zur Sicherstellung einer ständigen Zufuhr von sauberer und frischer Luft, zur Entfernung schädlicher Verbindungen und zur Schaffung komfortabler Bedingungen dient, besteht kein Zweifel an der Notwendigkeit der Projektentwicklung.

Dabei ist zu beachten, dass jede Lüftungsanlage ihre eigenen Besonderheiten hat. Daher wird das Projekt ausschließlich für den jeweiligen Raum unter Berücksichtigung aller seiner Besonderheiten entwickelt.
Berücksichtigt werden:
- Die Anzahl der gleichzeitig im Raum anwesenden Mitarbeiter.
- Anforderungen an Temperatur- und/oder Feuchtigkeitsnormen, Reinheit von Staub und anderen schädlichen Stoffen.
- Besonderheiten der Architektur – Raumhöhe, Vorhandensein von Balken und anderen technischen Installationen.
Es ist leicht zu erraten, dass es praktisch unmöglich ist, alle oben genannten Nuancen zu berücksichtigen, ohne ein vorläufiges Projekt zu erstellen.
Genau deshalb wird vor Arbeitsbeginn ein detailliertes Projekt der Lüftungsanlage erstellt.

Versuche, eine Lüftungsanlage ohne vorherige Projekterstellung zu installieren, hatten fast immer negative Folgen.
Was ist in der Planungsphase zu beachten?
In der Phase der Projekterstellung der Lüftungsanlage sind folgende Punkte abzustimmen:
- Besonderheiten der Architektur und Konstruktion des Bürogebäudes/der Büroräume.
- Standort der Geräte.
- Voraussichtliche Lage der Kanäle, durch die der Luftstrom geleitet wird.
- Leistungsparameter der elektrischen Anlage.
- Möglichkeit der Wasserzufuhr sowie mögliche Wege zur Kondensatableitung. Gewährleistung eines freien Zugangs zur Lüftungsanlage.
- Möglichkeit (bei Bedarf) von Änderungen an der Konstruktion.
Im Projekt der Lüftungsanlage sollten keine Korrekturen für den Betrieb der Klimaanlage als weitere Quelle des Luftaustauschs vorgenommen werden.
Dies erklärt sich ganz einfach – nur die Lüftungsanlage gewährleistet einen angemessenen Luftaustausch.

Klimaanlagen dienen der Verbesserung der Eigenschaften der zugeführten Luft (Temperaturkorrektur, Befeuchtung, Reinigung von schädlichen Bestandteilen), aber keine noch so moderne Klimaanlage kann eine Zufuhr von frischer, mit O2 angereicherter Luft gewährleisten.
Eine andere Frage sind zentrale Klimaanlagen mit Frischluftzufuhr, die eine den Anforderungen entsprechende Luftzufuhr gewährleisten können.
Der Prozess der Planung eines Lüftungsnetzes umfasst die Durchführung von Berechnungen:
- Austausch der Luftströme.
- Kommunikationsschema.
- Wärmeeinträge. Die Berechnung erfolgt für jeden Raum einzeln unter Berücksichtigung der technischen und konstruktiven Besonderheiten des Gebäudes.
- Querschnittsflächen der Luftwege für den Luftaustausch.
- Druckverluste im Netz der Lüftungskanäle.
- Erforderliche Leistung des Lufterhitzers.
Außerdem wird die für die Ausstattung und Montage des Lüftungsnetzes erforderliche Ausrüstung festgelegt. Die Projektdokumentation wird erstellt und alle Details werden abgestimmt.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Meinung eines Fachmanns zur Installation der Lüftungsanlage und zu Methoden zur Gewährleistung eines angemessenen Luftaustauschs im Büro:
Die Einhaltung der Anforderungen von SP 60.13330.2016 und SNiP 2.04.05-91 Änderung Nr. 2 ermöglicht komfortable Arbeitsbedingungen in Büroräumen.
Die erforderliche Luftwechselrate kann durch Lüftungssysteme verschiedener Typen gewährleistet werden, jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen. All diese Nuancen müssen bei der Auswahl und Erstellung des Projekts unbedingt berücksichtigt werden.
Haben Sie Fragen zur Gewährleistung des Luftaustauschs im Büro? Stellen Sie sie unseren Experten, und wir helfen Ihnen, Ihr Problem zu lösen.
