Lüftung im Eigenheim: Zu- und Abluftsysteme + Tipps zur Einrichtung
Aufgrund eines schlecht organisierten Luftwechsels wird das Mikroklima im Cottage oft ungünstig und unangenehm. Dadurch verschlechtert sich das Wohlbefinden der Bewohner, und die Einrichtung und Möbel leiden unter übermäßiger Feuchtigkeit oder übermäßiger Trockenheit der Luft. Nur eine fachgerecht organisierte Lüftung im Eigenheim kann diese Probleme verhindern.
Wie richtet man sie richtig ein und welches System wählt man? Diese Fragen werden wir in unserem Artikel behandeln. Außerdem werden wir uns mit der Auswahl eines optimalen Lüftungskonzepts für das Cottage und der Gewährleistung eines ausreichenden Luftwechsels in einzelnen Räumen des Hauses befassen.
Inhalt des Artikels:
Klassifizierung und Arten von Lüftungssystemen
Die Einrichtung einer Lüftung im Cottage ist notwendig, da dort ein kontinuierlicher Luftaustausch stattfinden muss. Die alte, verbrauchte Luft mit einem hohen Anteil an Kohlendioxid muss aus den Räumen entfernt und durch frische, sauerstoffreiche Luft – von außen ersetzt werden.
Wenn dieser Luftaustausch unterbrochen wird, wird das Mikroklima im Inneren schnell weit von dem für die Gesundheit der Menschen günstigen Zustand entfernt sein.

Um die in den GOST festgelegten Parameter des Luftwechsels einzuhalten, muss die Lüftungsanlage im Haus, ob selbst gebaut oder von externen Monteuren installiert, kontinuierlich die Luft in den Räumen austauschen.
Zum Beispiel ist für Wohnräume in einem Cottage die Luftwechselrate pro Stunde auf «1» festgelegt. Das heißt, innerhalb einer Stunde muss das gesamte Luftvolumen vollständig ausgetauscht werden.
Der Zweck der Lüftung besteht darin, die folgenden Faktoren zu bekämpfen:
- übermäßige Wärme;
- ständig auftretender Staub;
- übermäßige Luftfeuchtigkeit;
- schädliche Gase und Dämpfe.
Jeder Mensch im Haus atmet rund um die Uhr Kohlendioxid aus. Auch gibt es in einem Wohngebäude Kamine, Gas- und Elektroherde, zahlreiche Haushaltsgeräte, also eine Vielzahl von Quellen für Wärme, Feuchtigkeit, Staub und Gase. All dies muss aus den Räumen entfernt werden, damit das Raumklima zum Wohnen geeignet ist.
Nach der Art der Luftbewegung werden Lüftungssysteme unterschieden:
- Mit natürlichem Zug.
- Mit mechanischem Antrieb.
Die erste Variante setzt die Bewegung von Luftmassen aufgrund des Druckunterschieds außerhalb und innerhalb des belüfteten Gebäudes voraus. Dabei kann sie organisiert sein – mit verstellbaren Klappen, oder unorganisiert – ausschließlich durch Fenster, Türen und Öffnungen im Fundament.
Im zweiten Fall wird die Luft mithilfe mechanischer Vorrichtungen durch die Räume und Lüftungskanäle bewegt. Diese Variante ist energieabhängig, aber effizienter.

Nach ihrem Zweck werden Lüftungssysteme unterschieden in:
- Zuluftsysteme;
- Abluftsysteme;
- Kombinierte.
Die ersten versorgen das Wohnraum mit Luft von außen, die zweiten sorgen für die Abluft aus dem Gebäude. Die dritte Variante – Zu- und Abluftsysteme stellen eine Symbiose der ersten beiden dar. Die Besonderheiten der Berechnung einer Zu- und Abluftanlage haben wir ausführlich in diesem Artikel behandelt.
Funktionsprinzipien der Lüftung
Früher wurden Wohnhäuser mit hölzernen Fenstern und Türen gebaut. Sie waren nicht besonders dicht. Dadurch fand durch die vorhandenen Ritzen ein ständiger und natürlicher Austausch von schmutziger Innenluft und sauberer Außenluft statt.
Allerdings sind heute Kunststoff-Fenster und -Türen an ihre Stelle getreten, die um einiges luftdichter sind. Daher wird als Option ein spezielles Gerät an solchen Fenstern angebracht – ein Zuluft-Ventilationsventil.

Das Funktionsprinzip des Hauslüftungssystems basiert auf einem kontinuierlichen Zutritt neuer Luftmassen von außen. Dadurch ersetzen sie nach und nach die vorhandene Raumluft und drängen die alte nach draußen. Dabei werden Kohlendioxid, Gerüche und Feuchtigkeit aus dem Haus entfernt.
Punkte für den Zutritt neuer Luft sind:
- Fenster;
- Türen;
- Öffnungen im Fundament und Sockel;
- Fensterklimageräte.
Über die Zuluftbelüftung haben wir ausführlich in folgendem Material gesprochen.
Die Abführung der verbrauchten Luft aus den Räumen erfolgt durch Fenster und Türen beim Lüften sowie durch einen Lüftungskanal (Schacht) oder eine Abluftklappe.
Variante #1 – System mit natürlichem Zug
Ein nichtmechanisches Lüftungssystem funktioniert durch die Bildung eines natürlichen Zugs in einem vertikalen Rohr.
Dies ist das Funktionsprinzip eines klassischen Schornsteins eines Holzofens oder Kamins. In beiden Fällen entsteht unten ein Druck, der die Luft nach oben nach außen drückt.

Auch die Feuchtigkeitssättigung der Luft beeinflusst die Zugstärke. Je trockener sie ist, desto schwerer ist sie. Feuchte Luftmassen streben unweigerlich unter die Decke und weiter in den Lüftungskanal, wenn dieser aus dem Gebäude ins Freie führt.
Der Hauptnachteil der natürlichen Belüftung liegt in ihrer schlechten Regelbarkeit. Bei starkem Wind kann es zur Bildung von Rückströmung kommen. Im Winter arbeitet das System dank des Temperaturunterschieds sehr effizient, in manchen Situationen sogar im Übermaß, indem es wertvolle Wärme aus dem Haus absaugt.
Im Sommer sinkt ihre Effizienz jedoch stark. Die Temperaturen in den Räumen des Hauses und im Freien unterscheiden sich im Sommer nicht stark, daher nimmt der Zug unweigerlich ab.

Um die Qualität des Luftwechsels in einem solchen System zu kontrollieren, müssen die Lüftungskanäle unbedingt mit Rückschlagklappen ausgestattet werden. Bei Bedarf können sie zur Verringerung des natürlichen Zugs verschlossen werden.
Variante #2 – System mit Zwangsbelüftung
Wenn das natürliche Lüftungssystem nicht in der Lage ist, das erforderliche Raumklima im Haus aufrechtzuerhalten, muss es durch eine mechanische Zuluft- oder Abluftlüftung ersetzt werden.
In diesem Fall werden die Luftströme mithilfe von Ventilatoren durch die Innenräume bewegt.
Auch eine kombinierte Variante des Systems ist möglich – mit einer Zu- und Abluftschaltung. Dabei steuern Lüftungsgeräte sowohl die Zuluft- als auch die Abluftmengen.

In manchen Situationen wird in einem solchen System zusätzlich ein Wärmetauscher installiert, der die Wärme aus der Raumluft aufnimmt und sie anschließend an die Außenluft abgibt.
Abluftventilatoren werden in jedem Raum oder einer pro Lüftungsschacht installiert. Zuluftgeräte werden in Privathäusern in der Regel als Wanddurchlässe mit einem axialen Elektroventilator im Inneren ausgeführt.
Es ist aber auch eine Variante mit einem gemeinsamen Luftförderer und Lüftungskanälen im gesamten Gebäude möglich.
Wenn eine Zu- und Abluftlüftung installiert wird, müssen zwei separate Lüftungskanäle verlegt werden – einer für die Abluft, der andere für die Zuluft.
Dies wirkt sich erheblich auf die Kosten des Systems aus, ermöglicht jedoch eine genauere Regelung und Überwachung.
Welches Konzept ist besser für ein Cottage?
Um zu entscheiden, welche und wie die Lüftung in einem Privathaus am besten eingerichtet wird, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Hier sind die Eigenschaften aller technischen Systeme und Heizgeräte des Gebäudes wichtig.
Bei der Auswahl des geeigneten Lüftungssystems sollten Sie Folgendes berücksichtigen:
- klimatische Besonderheiten der Region;
- das Vorhandensein von Quellen unangenehmer und schädlicher Verunreinigungen in der Luft in der Nähe des Hauses;
- die Nutzungszwecke der verschiedenen Räume;
- individuelle architektonische Besonderheiten des Gebäudes;
- das Vorhandensein von Gasherden oder -kesseln sowie von Kaminen oder Öfen auf Holz/Kohle;
- die Anzahl der ständig im Ferienhaus lebenden Personen und vieles mehr.
Es wird empfohlen, nur die natürliche Lüftung selbst zu planen und zu installieren. Für deren Berechnung werden vereinfachte Methoden mit Durchschnittswerten verwendet. Sie zu verstehen, ist nicht schwierig.
Für Wohnräume ist eine Luftwechselrate von 30 m3/h festgelegt, für Badezimmer und Toiletten zwischen 25–30 m3/h und für die Küche 70–100 m3/h. Basierend auf diesen Daten und dem Raumvolumen müssen Sie lediglich die Breite der Lüftungskanäle berechnen und diese dann im Gebäude installieren.
Am besten tun Sie dies bereits in der Planungsphase des Ferienhauses. Oft ist die optimale Lösung ein Lüftungsschacht in der Mitte des Gebäudes, der über den Dachfirst hinausgeführt wird.

Wenn ein Privathaus zwei bis drei Stockwerke hat und eine Zwangslüftung gewählt wurde, ist es besser, die Planung einem Fachmann zu überlassen. Die Installation kann dann in Eigenregie erfolgen.
Wenn Sie jedoch keine Erfahrung in dieser Sache haben und in Zukunft keine Probleme haben möchten, sollten Sie auch die Installation der gesamten Lüftungsgeräte einem Spezialisten überlassen.
Im Vergleich zur mechanischen Lüftung ist die natürliche Lüftung günstiger, leiser und unabhängig von der Stromversorgung. Allerdings ist sie schwieriger zu regeln. Zudem hängt der Zug stark von äußeren atmosphärischen Faktoren ab.
Das Fehlen elektrischer Ventilatoren bedeutet jedoch auch das Fehlen von Problemen mit Ausfällen und der Notwendigkeit ihrer Wartung.
Eine mechanische Lüftungsanlage in einem Privathaus in kombinierter oder nur in Abluft- oder Zuluftausführung ist schwieriger zu installieren und zu betreiben. Sie ermöglicht jedoch Einsparungen bei der Heizung und eine genauere Kontrolle des Raumklimas im Haus.
Empfehlungen für einzelne Räume
Bei der Einrichtung einer Lüftung in einem Privathaus werden die Luftströme so gestaltet, dass die frische Außenluft zuerst in das Wohnzimmer, die Schlafzimmer, das Arbeitszimmer und die Bibliothek gelangt.
Und dann soll sie durch die Flure in die Küche, das Badezimmer und die Abstellkammer mit Zugang zum Abluftschacht gelangen.


In der Küche wird zusätzlich zur Lüftungsöffnung empfohlen, im Lüftungskanal einen Dunstabzug über dem Herd zu installieren. Dieser ermöglicht es, Kochgerüche schneller zu entfernen, ohne dass sie sich in den anderen Räumen des Hauses ausbreiten.
Ein besonderer Punkt sind der Heizraum und die Küche mit Gasgeräten. Sie müssen zwingend mit einem eigenen Kanal für die Luftzufuhr direkt von außen ausgestattet werden. Zudem nicht den Schornstein vergessen.
So wird der Sauerstoff für die Verbrennung in der richtigen Menge in die Feuerstelle gelangen und die Abgase werden unverzüglich aus dem Raum abgeführt.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Aus dem folgenden Video erfahren Sie, wie Sie eine Zuluftlüftung richtig planen:
Wie Sie die Zuluftlüftung im Haus selbst umsetzen:
Funktionsprinzip der hausinternen Lüftungsanlage:
Am einfachsten und günstigsten ist es, in einem Privathaus eine klassische natürliche Lüftung zu installieren.
Wenn das Haus jedoch eine große Grundfläche hat, mit vielen Wohn- und Nichtwohnräumen, einem Kamin und Gasgeräten, dann ist die Installation einer mechanischen Lüftungsanlage erforderlich. Dieses System ist in der Anschaffung und im Betrieb teurer, dafür sind der Luftaustausch und das Raumklima auf einem angemessenen Niveau.
Vergleichen Sie Lüftungssysteme für Ihr Privathaus und können sich nicht für die beste Option in Ihrem Fall entscheiden? Stellen Sie Ihre Frage unseren Experten in den Kommentaren zu diesem Artikel.
Oder haben Sie noch Fragen zu den Feinheiten der Lüftungsinstallation und den Auswahlkriterien für die Geräte? Bitten Sie im Kommentarbereich um Rat – wir und die erfahrenen Besucher unserer Website werden versuchen, Ihnen zu helfen.

Ich habe vor, bis zum Sommer ein kleines Ferienhaus im Dorf zu bauen, um öfter mit der Familie an der frischen Luft zu entspannen. An die Belüftung habe ich irgendwie nicht gedacht. Aber das Ferienhaus wird klein sein, reichen vielleicht einfach Lüftungsgeräte? Oder müssen die Lüftungsgeräte in jedem Fall installiert werden, mit oder ohne Belüftung? Mich interessiert auch, ob die Lüftungsgeräte gesteuert werden müssen oder ob sie bereits ein Programm für den optimalen Luftzutritt in den Raum haben?
Guten Tag, Andrej. Vermutlich meinen Sie die Mikrolüftung an den Fenstern. Sie funktioniert nach dem Prinzip, den Flügel um 6 mm zu öffnen. Dies dient der Wärmeerhaltung in der kalten Jahreszeit, in der warmen Jahreszeit wird das Fenster einfach auf “Kipp” geöffnet.
Nein, mit einer Mikrolüftung allein ist es nicht getan. Es ist erforderlich, eine vollwertige Belüftung in mindestens zwei Räumen einzurichten: in der Küche und im Badezimmer.
Verstehen Sie, die Belüftung funktioniert nach dem Prinzip der Zu- und Abluft. Ein offenes Fenster – das ist die Zuluft, aber die Abluft? Sie kann nur dann erfolgen, wenn Fenster auf gegenüberliegenden Seiten des Ferienhauses geöffnet sind. Objektiv gesehen ist das kein Ausweg aus der Situation.