Was ist der Unterschied zwischen einem FI-Schutzschalter und einem FI/LS-Schalter und welchen sollte man verwenden?
Einer der Schritte beim Aufbau eines häuslichen Stromnetzes ist die Installation von Schutzausrüstung. Diese wird im Wohnungsverteilerkasten montiert. Bei Überlast oder Störung löst das Gerät schnell aus, um das gesamte System oder einen einzelnen Stromkreis zu schützen.
Vor der Montage sollte jedoch geklärt werden, worin der Unterschied zwischen einem FI-Schalter und einem Differenzialschutzschalter besteht, um das häusliche Netz richtig zu organisieren und abzusichern.
Wir laden Sie ein, sich mit den funktionalen Besonderheiten der Schaltgeräte vertraut zu machen und herauszufinden, in welcher Situation was besser zu verwenden ist. Im Artikel haben wir die wichtigsten Auswahlkriterien für Elektroschutzgeräte genannt und die Besonderheiten ihres Anschlusses und Auslösens beschrieben.
Inhalt des Artikels:
Notwendigkeit des Schutzes des Stromnetzes
Ein häusliches Stromnetz ist ein komplexes, verzweigtes Netz, das aus vielen Stromkreisen besteht – Beleuchtungs-, Steckdosen-, separate Starkstrom- und Schwachstromkreise. Es umfasst alle elektrischen Anlagen, die täglich genutzt werden. Die einfachsten davon sind Steckdosen und Schalter.
Beim Betrieb von Haushaltsgeräten können unvorhergesehene Situationen auftreten, die zu Ausfällen einzelner Stromkreise, Geräte sowie zu Unfällen führen.
Folgende Phänomene sind die Ursachen für Probleme:
- Überlastung der Stromleitungen;
- Fehlerströme;
- Kurzschlüsse.
Eine Überlastung kann auftreten, wenn in einer Wohnung mit alter Verkabelung neue leistungsstarke Geräte verwendet werden. Das Kabel hält der Gesamtbelastung nicht stand, überhitzt, schmilzt und fällt aus.

Die Gefahr von Fehlerströmen entsteht, wenn die Isolierung von Elektrokabeln und Geräten unbrauchbar wird, die Installation oder die Erdung der Geräte nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde.
Wenn die Stromstärke über 1,5 mA ansteigt, wird die Einwirkung von Elektrizität spürbar, und über 2 mA verursacht sie Krämpfe.

Um die Ausrüstung, das Eigentum und vor allem Leben und Gesundheit der Bewohner zu schützen, werden Notabschaltgeräte eingesetzt. Ohne sie gilt eine moderne Elektroinstallation in der Wohnung oder im Einfamilienhaus als unvollständig und gefährlich.
Schaltgeräte zur Lastabschaltung
Wenn das elektrische System der Wohnung oder des Hauses in separate Stromkreise unterteilt ist, wird empfohlen, jede Leitung des Stromkreises mit einem eigenen Leitungsschutzschalter auszustatten und am Ausgang einen FI-Schutzschalter zu installieren.
Es gibt jedoch weitaus mehr Anschlussmöglichkeiten, daher ist es zunächst notwendig, den Unterschied zwischen einem FI-Schutzschalter und einem FI-LS-Schalter (Differentialschutzschalter) zu verstehen, um dann die Installation durchzuführen.
Leistungsschutzschalter – modifizierte ‚Sicherungen‘
Als von einer Vielfalt an Schutzgeräten noch keine Rede war, lösten bei übermäßiger Belastung der Leitung die ‚Sicherungen‘ – einfachste Schutzvorrichtungen – aus.
Ihre Funktionalität wurde verbessert und man erhielt automatische Sicherungen, die in zwei Fällen auslösen – bei einem Kurzschluss und bei einer annähernd kritischen Laststeigerung.

In einem Verteilerkasten können einer oder mehrere Leitungsschutzschalter vorhanden sein. Ihre Anzahl hängt von der Zahl der Stromkreise ab, die die Wohnung oder das Haus versorgen.
Je mehr separate Leitungen, desto einfacher ist das Austauschen oder Reparieren von Elektrogeräten. Für die Installation eines Geräts muss nicht das gesamte Netz abgeschaltet werden.
Eine zwingende Voraussetzung für die Installation des Hausstromnetzes – ist der Anschluss des Schutzschalters. Die Schalter lösen bei Systemüberlastung und bei Kurzschluss schnell aus. Das Einzige, wovor sie nicht schützen können, sind Ableitströme.
FI-Schalter – automatische Schutzeinrichtungen
Genau der Fehlerstromschutzschalter (RCD) ist das Gerät, das automatisch die Stromstärke am Ein-/Ausgang analysiert und vor Ableitströmen schützt. Vom Gehäuse her ähnelt er einem automatischen Sicherungsautomaten, funktioniert aber nach einem anderen Prinzip.
Im Inneren des Gehäuses befindet sich ein Arbeitselement – ein Kern mit Wicklungen. Die magnetischen Flüsse der beiden Wicklungen sind in entgegengesetzte Richtungen gerichtet, was ein Gleichgewicht schafft. Somit wird die magnetische Kraft im Kern auf Null reduziert.
Sobald ein Ableitstrom auftritt, entsteht eine Differenz der magnetischen Flüsse – der Ausgangswert sinkt. Durch die Wechselwirkung der Flüsse spricht das Relais an und unterbricht den Stromkreis. Die Auslösezeit liegt im Bereich von 0,2-0,3 Sekunden. Diese Zeit reicht aus, um ein Menschenleben zu retten.

Auf dem Gehäuse ist die Kennzeichnung 10 … 500 mA zu sehen. Damit wird der Nennfehlerstrom bezeichnet. Für den Hausgebrauch wählt man in der Regel ein RCD mit einem Wert von 30 mA.
Geräte mit der Bezeichnung 10 mA können nützlich sein, wenn ein separater Stromkreis für das Kinderzimmer oder das Badezimmer verlegt wird, wo eine erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht.
Das RCD schützt vor Ableitströmen, ist jedoch bei Überlastung der Leitungen nutzlos und hilft auch nicht bei Kurzschluss. Aus diesem Grund werden zwei Geräte – RCD und Leitungsschutzschalter – immer paarweise montiert.
Nur zusammen bieten sie ein umfassendes Schutzniveau, das in jedem häuslichen Stromsystem unbedingt vorhanden sein muss.
Differenzialschutzschalter – maximaler Schutz
Wenn wir darüber sprechen, worin sich der Fehlerstromschutzschalter (RCD) grundlegend von einem Differentialschutzschalter unterscheidet, meinen wir nicht ein separat installiertes RCD-Gerät, sondern die Kombination «RCD + Schalter».
Der Differenzialstrom-Schutzschalter (RCBO) ist im Wesentlichen dieses Paar, jedoch in einem Gehäuse vereint.
Somit erfüllt er sofort drei Hauptfunktionen:
- Schutz vor Ableitströmen;
- Verhindert die Überlastung der Leitung;
- Löst sofort bei Kurzschluss aus.
Trotz der geringen Größe arbeitet das Gerät effektiv und schnell – allerdings unter einer Bedingung: wenn es von einer zuverlässigen, bewährten Marke hergestellt wurde.

In der technischen Dokumentation, die dem Gerät zwingend beiliegt, sind seine Eigenschaften aufgeführt. Die Kennzeichnung der wichtigsten Werte ist auf der Vorderseite des Gehäuses aufgedruckt.
Neben der Typenbezeichnung sind hier der Nennlaststrom und der Fehlerstrom angegeben. Die Maßeinheiten sind dieselben wie bei einfachen Schutzschaltern – mA.
Auf den ersten Blick könnte es scheinen, dass das Aufkommen des FI/LS-Schalters die ursprüngliche Schaltung „Leitungsschutzschalter + FI-Schutzschalter“ vollständig überflüssig macht. Es gibt jedoch viele Nuancen, die die Wahl der einen oder anderen Lösung beeinflussen, und letztlich sind beide Installationsschemata aktuell und gefragt.
Auswahlkriterien für Elektroschutzgeräte
Versuchen wir zu verstehen, was für das Haus besser ist – ein FI-Schutzschalter oder ein FI/LS-Schalter, und betrachten wir verschiedene Montagesituationen. Meistens wird die Wahl durch Faktoren wie die Position des Geräts im Verteilerschrank, die Feinheiten des Anschlusses an die Stromleitungen, die Möglichkeit der Wartung oder des Austauschs beeinflusst.
Besonderheiten der Montage im Verteilerkasten
Der Verteilerschrank ist ein Metallkasten, in dem sich normalerweise die Schutzgeräte und der Stromzähler befinden. Die Arbeitsplatte, an der die Geräte befestigt werden, ist in ihren Abmessungen begrenzt.
Wenn eine Modernisierung des Stromnetzes erfolgt und dabei zusätzliche Module installiert werden, entsteht ein Mangel an freien Plätzen auf den Hutschienen. In diesem Fall haben die FI/LS-Schalter eine vorteilhafte Position.

Die moderne elektrische Ausstattung von Wohnungen ist auf die Erhöhung der Anzahl der Stromkreise ausgerichtet. Dies hängt sowohl mit dem Auftreten vieler leistungsstarker Geräte als auch mit der Aufteilung des Netzes in viele Leitungen zusammen. In einer solchen Situation ist bei fehlendem zusätzlichem Platz die einzig vernünftige Lösung der Anschluss von Differentialautomaten.
Achten Sie bei der Auswahl der Geräte auf Modelle, die nur einen Modulplatz belegen. Solche Modelle sind bereits im Handel erhältlich, ihr Preis ist jedoch etwas höher als bei herkömmlichen.
Komplexität des Anschlusses von Leitungen
Der Hauptunterschied beim Anschluss zwischen den beiden genannten Varianten liegt in der Anzahl der Leitungen. Zwei separate Geräte haben insgesamt mehr Klemmen – 6 Stück, während der FI/LS-Schalter nur vier hat. Auch die Anschlussschematik unterscheidet sich.

Das Schema zeigt deutlich die Verdrahtung.
Beim Anschluss des Paars AB+RCD ergibt sich folgende Situation:
- Der Außenleiter wird an die Klemme AB angeschlossen;
- Der Ausgang des LS-Schalters und die L-Klemme des FI werden mit einer Brücke verbunden;
- Der Phasenausgang des FI wird zu den elektrischen Verbrauchern geleitet;
- Der Neutralleiter ist nur mit dem FI verbunden – am Eingang mit der N-Klemme, am Ausgang wird er zu den elektrischen Verbrauchern geführt.
Beim FI/LS-Schalter erfolgt der Anschluss viel einfacher. Brücken werden nicht benötigt, es werden lediglich Außenleiter und Neutralleiter an die entsprechenden Klemmen angeschlossen und von den Ausgängen zur Last geführt.
Was bringt das dem Monteur? Es erleichtert den Anschlussvorgang, reduziert die Anzahl der Leitungen und sorgt somit für mehr Ordnung im Verteiler.
Wie die Auslösediagnose durchgeführt wird
Betrachtet man Geräte aus dem mittleren Preissegment, so liegen die Vorteile hier beim Tandem "LS + FI". Angenommen, es kam zu einer Notabschaltung der Stromversorgung in einem der Stromkreise.
Die Ursache der Schutzauslösung sofort zu bestimmen, ist schwierig, da es sich um einen Ableitstrom, einen Kurzschluss oder eine Gesamtlast handeln kann, mit der die Leitungen nicht zurechtkamen.

Wenn der FI/LS-Schalter auf eine Netzstörung reagiert hat, muss die Ursache länger gesucht werden. Es müssen alle Möglichkeiten überprüft werden, was mehr Zeit und Mühe kostet.
Um die Diagnose zu vereinfachen, empfiehlt es sich, Geräte aus einem höheren Preissegment zu kaufen – diese sind mit einer zusätzlichen Anzeige ausgestattet, die auf das mögliche Problem hinweist.
Welche Geräte sind günstiger zu kaufen und zu reparieren?
Es gibt Situationen, in denen die Wahl auf den Kosten basiert. Zum Beispiel gibt es ein Budget, das nicht überschritten werden kann. In diesem Fall spielen die Gesamtkosten aller angeschlossenen Schutzgeräte eine entscheidende Rolle.
Auf den ersten Blick zeichnet sich eine größere Anzahl von Geräten durch einen höheren Preis aus. Tatsächlich verhält es sich jedoch anders: Ein universeller FI/LS-Schalter kostet eine runde Summe, während ein Satz anderer Geräte wirtschaftlicher ist.

Es ist zu beachten, dass die Anzahl der Stromkreise in der Regel 3 oder mehr beträgt, daher wird der Unterschied zwischen den Käufen größer. Wenn für einen Stromkreis die Anschaffung eines FI/LS-Schalters nur um 10 € teurer ist, dann steigt der Unterschied bei fünf Stromkreisen auf 50 € an.
Somit haben sowohl FI/LS-Schalter als auch FI-Blöcke mit Leitungsschutzschaltern ihre Vor- und Nachteile. Wenn FI/LS-Schalter in puncto Kompaktheit und Anschlusskomfort punkten, verlieren sie eindeutig bei der Diagnose und der Kostenberücksichtigung.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Um sich besser in Schutzgeräten zurechtzufinden und die richtige Lösung je nach Situation auszuwählen, empfehlen wir, sich thematische Videos anzusehen.
Interessante Informationen über Funktionsweise und Montage von FI-Schutzschaltern:
Einige Tipps von einem professionellen Elektriker:
Was bei der Auswahl eines FI/LS-Schalters eine Rolle spielte:
Wie Sie sehen, wird das Thema der Wahl zwischen FI-Schutzschalter oder FI/LS-Schalter nicht ohne Grund diskutiert: Es gibt viele Aspekte, die für beide Geräte sprechen. Um die optimale Schutzvariante richtig auszuwählen, müssen die Montage- und Anschlussbedingungen berücksichtigt und ein vorläufiger Kostenvoranschlag erstellt werden.
Haben Sie etwas hinzuzufügen oder Fragen zum Thema? Sie können Kommentare zum Beitrag hinterlassen, an Diskussionen teilnehmen und Ihre eigenen Erfahrungen mit FI-Schutzschaltern und FI/LS-Schaltern teilen. Das Kontaktfeld befindet sich unten.

Ja, Sicherheit, Vermeidung von Stromschlägen – das ist alles richtig. FI-Schutzschalter oder FI/LS-Schalter sind gut geeignet für den Einsatz unter idealen Bedingungen mit neuer Verkabelung. In der Praxis sieht es jedoch meist anders aus. Der Großteil der Menschen lebt in Häusern mit alter Verkabelung, und es gibt zweifellos Leckströme. Kommt noch eine leichte Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Raum hinzu – und der Verbraucher hat ständige Schutzauslösungen, mühsame Suche nach der Ursache der Abschaltung (und findet sie in 99 von 100 Fällen nicht, da die Verkabelung meist verdeckt ist), und entfernt schließlich den FI-Schutzschalter aus dem Stromkreis, sodass nur der Leitungsschutzschalter übrig bleibt.