Kennzeichnung von Leitungsschutzschaltern: Wie wählt man den richtigen Schutzschalter für die Verkabelung aus?

Wassili Boruzki
Geprüft von einem Spezialisten: Wassili Boruzki
Autor: Tatjana Sacharowa
Letzte Aktualisierung: April 2026

Die in den Wohnungsverteilern installierten Leitungsschutzschalter dienen der Notabschaltung der Stromversorgung bei Kurzschluss oder Überlast des Stromkreises. Sie können auch manuell betätigt werden, wenn ein Schalter ausgetauscht werden muss.

Welche Parameter das Gerät besitzt, verrät die Kennzeichnung der Leitungsschutzschalter, die in Form von Bezeichnungen, alphanumerischen Symbolen und Schaltplänen dargestellt ist. Sie werden zugeben, dass die Fähigkeit, die Aufschrift „lesen“ zu können, dem Heimwerker beim Austausch des Geräts, bei der Fehlerbehebung oder beim Anschluss eines zusätzlichen Automaten von Nutzen sein wird.

Wir helfen Ihnen, den Durchblick zu behalten. In diesem Artikel wird die detaillierte Entschlüsselung des Kennzeichnungsblocks an den Schaltern beschrieben, sowie Empfehlungen zur Auswahl eines Leitungsschutzschalters unter Berücksichtigung seiner Eigenschaften gegeben.

Wozu ist die Kennzeichnung notwendig?

Für einen qualifizierten Elektriker ist die Frontplatte des Automaten wie ein offenes Buch – in wenigen Minuten kann er alles über das Gerät erfahren, vom Hersteller bis zum Nennstromwert. Ein erfahrener Monteur unterscheidet leicht Geräte, die für den Laien völlig gleich aussehen.

Auch der Wohnungseigentümer, der mit den Feinheiten des Elektroinstallationshandwerks nicht vertraut ist, kann die vom Hersteller dargestellten Informationen verstehen.

Mit Hilfe der speziellen Kennzeichnungen auf der Frontplatte kann man einen Sicherungsautomaten von einem Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) unterscheiden, seine wichtigsten technischen Daten erfahren und herausfinden, in welcher Reihenfolge die Leitungen angeschlossen werden.

Mit Kennzeichnung versehene Automaten auf der Hutschiene
Um die Daten eines bestimmten Geräts zu überprüfen, reicht es, die Tür des Metallschranks zu öffnen, in dem die Zähler- und Schutzgeräte installiert sind: Alle Bezeichnungen sind gut sichtbar.

Informationen über einen einzelnen Leitungsschutzschalter können erforderlich sein, wenn:

  • das Gerät ausgetauscht werden muss;
  • Es sollte ein neuer Sicherungsautomat ausgewählt werden, da ein zusätzlicher Stromkreis hinzugekommen ist;
  • die Nennstrombelastung der Leitung und des Schalters verglichen werden muss;
  • die Ursache einer Notabschaltung gefunden werden muss, usw.

Manche Symbole sind intuitiv verständlich, für die Entschlüsselung anderer sind bestimmte Kenntnisse erforderlich. Wenn Sie beabsichtigen, selbst die Verkabelung zu erneuern oder einen automatischen Schutzschalter anzuschließen, ist es besser, sich vorab über die Geräte zu informieren.

Was bedeuten die Aufschriften auf dem Schalter?

Symbole, Zahlen, Buchstaben und Schaltpläne werden mit spezieller, unlöslicher Farbe auf den technischen Kunststoff aufgebracht. Selbst bei alten Modellen bleiben sie lesbar. Es wird davon ausgegangen, dass der Benutzer oder Elektroinstallateur beim bloßen Blick auf den Automaten schnell seine Stromkenndaten und Spannung bestimmen kann.

Hersteller und Modell des Automaten

Die oberste Zeile des Kennzeichnungsblocks trägt den Markennamen. Für den Druck wird eine bestimmte Farbe gewählt, meist eine helle, und manchmal kann man sogar am Farbton erkennen, von welchem Hersteller das Produkt vor Ihnen stammt.

Farbkennzeichnung der Geräte
Die Farbe der Beschriftung wiederholt sich normalerweise auch in der Gestaltung des Bedienelements – des Hebels, mit dem das Gerät ein- oder ausgeschaltet wird. Manchmal ist der Griff jedoch in neutralem Grau oder Schwarz lackiert.

Erfahrene Elektroinstallateure empfehlen, beim Kauf von Automaten nicht zu knausern und nur Geräte bewährter europäischer Marken zu kaufen: Schrack Technik, Schneider Electric, ABB, Schaltbau, Moeller, HAGER, Legrand. Es gibt auch einige russische Marken, denen Sie ebenfalls vertrauen können: Elektrotechnik, TDM ELECTRIC, EKF.

In der darunterliegenden Zeile ist das Modell des Geräts angegeben. Alle anderen Beschriftungen außer dem Herstellernamen sind normalerweise in Grau gedruckt, sodass die Serie leicht mit den technischen Daten verwechselt werden kann.

Um Fehler zu vermeiden, schauen Sie auf die zweite Zeile. Die Bezeichnung der Baureihe oder des Modells kann wie folgt aussehen: WA63, SH200, Acti9.

Man kann versuchen, die Serie zu entschlüsseln, jedoch verbergen sich nicht immer technische Daten hinter den Buchstaben und Zahlen; häufiger ist es einfach die Bezeichnung eines bestimmten Modells.

Modell der Serie WA47-29
Modelle der Serie WA47-29 haben mehr als zweihundert Ausführungen, wobei sie nicht an bestimmte Nennströme gebunden sind – es können sowohl 0,5 A als auch 5 A und 63 A sein.

Die Bezeichnung der Baureihe kann sowohl auf grauem Hintergrund als auch auf einer farbigen Linie gedruckt sein, die sich direkt unter der Marke befindet.

Bestimmung der Zeit-Strom-Kennlinie

Die nächste Zeile ist eine Kombination aus einem lateinischen Buchstaben und einer Zahl. Der zuerst stehende Buchstabe kennzeichnet die Zeit-Strom-Charakteristik. Sie gibt an, wie schnell der Schutzschalter bei einem bestimmten Strom, der durch ihn fließt, auslöst. Es gibt insgesamt fünf verschiedene Typen: "B", "C", "D", "K", "Z", jedoch werden im Haushalt die Automaten B, C, D verwendet.

Die Abhängigkeit der Größen wird oft in Form von Diagrammen dargestellt, die im Internet zu finden sind. Sie haben die folgende Form:

Diagramm mit den Kennlinien der Schutzschalter
In dem Diagramm ist zu sehen, wie die Auslösegeschwindigkeit des Schutzschalters vom Vielfachen des Betriebsstroms zum Nennstrom abhängt. Die Berechnungen folgen der Formel k = I/In (+)

Wenn der Wert k also zwischen 3 und 5 liegt, handelt es sich um Kategorie B, zwischen 5 und 10 um C und zwischen 10 und 20 um D.

Beispiel für die Kennzeichnung der Zeit-Strom-Charakteristik auf dem Gehäuse
Beispiel für die Kennzeichnung der Zeit-Strom-Charakteristik auf dem Gehäuse des Geräts. In der Kombination "B16" ist B die Zeit-Strom-Charakteristik und 16 der Nennstrom.

Wenn man zwei Schutzschalter mit demselben Nennstrom, aber unterschiedlichen Auslöseeigenschaften nimmt, werden sie sich auch unterschiedlich verhalten. Zum Vergleich betrachten wir C16 und B16. Wenn wir die Formel anwenden, erhalten wir für C16 80-160 A und für B16 46-80 A.

Wie sieht das in der Praxis aus? Angenommen, der Strom steigt plötzlich auf 100 A an. Der B16 schaltet sofort ab, da für ihn bereits 80 A ausreichen, während der C16 einige Zeit zum Aufheizen der Bimetallplatte benötigt. Dann beginnt der thermische Schutz zu wirken und der Schutzschalter schaltet aus. Der Zeitunterschied beträgt in der Regel Bruchteile einer Sekunde.

Nennstrom und seine Bezeichnung

Die Ziffer, die sich rechts vom lateinischen Buchstaben (WTCh) befindet, gibt den Nennstrom des Sicherungsautomaten an. Der Nennstrom gibt an, bei welchem Maximalwert der Automat im Betriebszustand bleibt, das heißt der Strom kann ungehindert durch ihn fließen, ohne dass eine Abschaltung erfolgt.

Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Daten gelten nur bei einer bestimmten Temperatur, nämlich +30 °C. Liegt die Temperatur höher, kann der Schutzschalter bereits bei einem geringeren Strom auslösen.

Schutzschalter mit Nennstrom 32 A
Der angegebene Nennstrom ist 32 A. Folglich wird der Schutzschalter unter günstigen Bedingungen nicht auslösen, solange der Strom diesen Wert nicht überschreitet. Steigt die Temperatur jedoch, kann er bereits bei 25…30 A auslösen.

Betrachten wir, was während der Auslösung im Inneren des Geräts passiert. Der Schutzschalter schaltet durch das Zusammenwirken zweier Auslösearten – des thermischen und des magnetischen Auslösers.

Der erste wird aktiviert, wenn im Stromnetz eine Überlastung auftritt. Ein Stromwert über dem Nennwert erwärmt die Bimetallplatte, sie biegt sich und unterbricht den Stromkreis – der Schutzschalter schaltet ab. Es wird angenommen, dass der Laststrom den Nennwert um 15–55 % überschreiten muss, damit eine Unterbrechung erfolgt.

Neben der Überlastung tritt im Netz jedoch auch ein Phänomen wie der Überstrom auf. Ursache dafür ist ein Kurzschluss. Auf Überströme reagiert nicht der thermische, sondern der elektromagnetische Auslöser.

Befindet sich das Gerät in Betriebszustand, erfolgt die Auslösung sofort, maximal nach 0,02 Sekunden. Eine Verzögerung bei der Notabschaltung führt zur Beschädigung der Leitungen. Zunächst schmilzt die Isolierschicht, dann kann ein Brand entstehen.

Um die Verkabelung und das eigene Leben vor Überlastungen und Kurzschlüssen zu schützen, wird empfohlen, nur hochwertige Schutzvorrichtungen zu kaufen.

Kennzeichnung der Nennspannung und Frequenz

Unterhalb der Zeile ist der Wert der Nennspannung angegeben. Dieser ist bei der Auswahl des Geräts zwingend zu beachten. Die Kennzeichnung kann an den Maßeinheiten – Volt, die mit V oder B bezeichnet werden – erkannt werden. Für die Genauigkeit werden auch Symbole verwendet: «-» – Gleichspannung, «~» – Wechselspannung.

Bezeichnung der Nennspannung
Variante der Bezeichnung der Nennspannung. Wenn zwei Zahlen angegeben sind, kann das Gerät zum Schutz von Einphasen- und Dreiphasennetzen verwendet werden: 230 V – für Einphasen-, 400 V – für Dreiphasennetze.

Die Frequenz wird in Hertz angegeben und ist wie folgt gekennzeichnet – 50 Hz. Sie kann jedoch auf dem Gehäuse fehlen, da nahezu alle Haushaltsgeräte im gleichen Modus arbeiten.

Wenn Sie bestimmte Eigenschaften des Schutzschalters genau kennen müssen, diese aber nicht auf der Vorderseite angegeben sind, sollten Sie in der Bedienungsanleitung nachsehen, in der alle technischen Daten des Geräts aufgeführt sind.

Grenzausschaltstrom

Der nächste auf dem Gehäuse des Schutzschalters angegebene Wert ist der Ausschaltstrom, der auch als Ausschaltvermögen des Geräts bezeichnet wird.

Sollte plötzlich ein Kurzschluss auftreten und im Stromkreis ein Überstrom entstehen, so löst der Schutzschalter im Notfall aus, behält dabei aber seine volle Funktionsfähigkeit. Man kann feststellen, dass der Ausschaltstrom den Nennwert um ein Vielfaches übersteigt.

Es ist auch möglich, dass der Überstromwert höher ist als auf dem Schutzschalter angegeben. Dann gibt es keine Garantie, dass das Gerät korrekt auslöst und selbst keinen Schaden nimmt. Höchstwahrscheinlich wird der magnetische Auslöser der Belastung einfach nicht gewachsen sein.

Bezeichnung des Ausschaltstroms
Beispiel für die Bezeichnung des Ausschaltstroms – die Zahl 4500 in einem schwarzen Kästchen, direkt unter den Werten für Spannung und Frequenz. Bei einigen Modellen ist dieser Parameter nicht angegeben.

Neben dem Wert von 4500 A, der für viele Haushaltsautomaten typisch ist, können auch 6000 A und 10000 A vorkommen.

Was ist die Strombegrenzungsklasse?

Direkt unter dem Grenzausschaltstrom befindet sich die Strombegrenzungsklasse. Sie ist leicht auf dem Panel zu finden – es ist die Zahl 1, 2 oder 3, die in einem schwarzen Quadrat eingeschlossen ist. Während eines Kurzschlusses und beim Auftreten von Überstrom im Netz kann das System beschädigt werden.

Je schneller der Automat auslöst, desto früher wird die Einwirkung der thermischen Energie, die eine Folge des Überstroms ist, beendet, und desto schneller stellt sich Stabilität ein.

Somit zeigt die Strombegrenzungsklasse das Zeitintervall an, auf das der Automat die Kurzschlussdauer begrenzen kann.

Bezeichnung der Strombegrenzungsklasse
Unter der Zahl 6000 ist die Strombegrenzungsklasse – 3 – gut zu sehen. Wenn keine Kennzeichnung vorhanden ist (was bei vielen Modellen vorkommt), beträgt ihr Wert 1.

Einteilung nach Klassen:

  • Klasse 1 – Begrenzung > 10 ms;
  • Klasse 2 – von 6 bis 10 ms;
  • Klasse 3 – von 2,5 bis 6 ms.

Die dritte Klasse ist die 'schnellste' und bei der Wahl des Automaten zu bevorzugen.

Anschlussplan der Leitungen

Bei einigen Leitungsschutzschaltern findet man neben den Hauptmerkmalen auch einen Anschlussplan. Er befindet sich normalerweise auf der rechten Seite der Frontplatte.

Anschlussplan der Leitungen
Im Plan ist der elektrische Stromkreis mit Symbolen dargestellt, der die Auslöser und Kontakte umfasst, an die die Leitungen angeschlossen werden. Zur Angabe der Kontakte werden Zahlen verwendet.

Die Schaltpläne von 1-poligen und 2-poligen Geräten unterscheiden sich. Bei letzteren ist zusätzlich zum Stromkreis mit Kontakten eine Klemmenbezeichnung vorhanden, und bei einigen Modellen gibt es das Symbol N, das den Anschluss des Nullleiters kennzeichnet.

Tipps zur Auswahl eines Leitungsschutzschalters

Der Automat wird auf der Grundlage bestimmter Eigenschaften ausgewählt, von denen viele anhand der Kennzeichnung auf der Frontplatte zu erkennen sind.

Schema der Markierungsanordnung
Merkblatt zum Lesen der Kennzeichnungen. Nicht alle Hersteller geben die technischen Informationen vollständig an, daher sollte man vorab auch die Dokumentation des Geräts studieren (+).

Neben den besprochenen Eigenschaften sollte man auch andere Nuancen der Auswahl kennen. Vor dem Kauf eines Automaten berechnet man zum Beispiel unbedingt seine Leistung und wählt die benötigte Anzahl von Polen aus.

Weitere Informationen zur Berechnung und Auswahl eines automatischen Schutzschalters finden Sie in diesem Artikel.

Wichtig sind die Marke sowie der Zustand der Verkabelung.

Den Kauf empfiehlt man in einem Fachgeschäft. In letzter Zeit ist jedoch die Praxis verbreitet, technische Geräte auf kommerziellen Online-Plattformen zu erwerben, von denen viele in China ansässig sind.

Achten Sie bei der Auswahl auf die Unversehrtheit und Robustheit des Gehäuses. Der kleinste Splitter oder Riss kann zu einem Defekt führen, zudem sind mechanische Beschädigungen Anzeichen für minderwertiges Material.

Fazit und nützliche Videos zum Thema

Allgemeine Informationen zu den Schutzschaltern wurden oben erläutert, und in interessanten Videos können Sie Details erfahren, die nur Profis bekannt sind.

Wie ist ein Schutzschalter aufgebaut und wie funktioniert er:

Mehr über thermische Nennwerte – Analyse der Tabelle:

Lesen der Kennzeichnung mit einem Fachmann:

Die Kennzeichnung, die direkt auf dem Gehäuse des Geräts angebracht ist, hilft, das Schutzelement für das häusliche Stromnetz richtig auszuwählen und anzuschließen. Die Fähigkeit, Symbole zu entschlüsseln und Eigenschaften korrekt zu bestimmen, hilft später bei der eigenständigen Installation eines neuen Kreises.

Haben Sie Ergänzungen oder Fragen zur Entschlüsselung der Kennzeichnung von Leitungsschutzschaltern? Sie können Kommentare zum Beitrag hinterlassen und an Diskussionen teilnehmen. Das Kontaktformular befindet sich im unteren Bereich.

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