So prüfen Sie die Erdung in der Steckdose: Prüfmethoden mit Geräten
Steckdosen sind vertraute Accessoires für den potenziellen Nutzer. Sie werden überall verwendet: zu Hause, bei der Arbeit, an öffentlichen Orten usw. Gemäß den technischen Vorschriften müssen Steckdosen über eine Erdung verfügen – dies schützt die Hausbewohner vor einem Stromschlag, wenn Elektrogeräte defekt sind.
Allerdings wird wohl kaum ein Verbraucher mit Sicherheit sagen können, dass alle Steckdosen im Haus oder in der Wohnung geerdet sind. Um die Lage der Kabel in der Elektroinstallation zu ermitteln, müssen eine Reihe von Tests durchgeführt werden.
Wir erklären Ihnen, wie Sie die Erdung in einer Steckdose auf verschiedene Weise prüfen können – anhand äußerer Merkmale und mit speziellen Werkzeugen.
Inhalt des Artikels:
Typischer Aufbau einer Steckdose
Die Anwendung der Technik zur Prüfung des Vorhandenseins einer Steckdosenerdung kann jederzeit erforderlich sein. Besonders für Personen, die wiederholt mit bestimmten Steckdosen arbeiten müssen.
Dieses Bauteil des Stromnetzes (Haushalt oder Industrie) hat eine sehr einfache Konstruktion.

Eine elektrische Steckdose besteht aus einer runden oder rechteckigen Platte. Die Platte besteht aus Materialien, die keine Elektrizität leiten.
Üblicherweise werden für die Herstellung der Steckdosenplatte verwendet:
- Keramik;
- Porzellan;
- Kunststoff.
Die Rückseite der Platte hat eine ebene Oberfläche, während auf der Vorderseite geformte Aufnahmen für die elektrischen Kontakte vorhanden sind. Das Material der Kontakte ist in der Regel Kupfer. Die Kontakte werden fest auf der Platte befestigt – mit Nieten und zusätzlich in den Körper der Platte eingelassen.
Zur Verbindung mit der elektrischen Verkabelung befinden sich Befestigungsschrauben an den Kontakten. Diese gesamte Konstruktion wird mit einer Abdeckung verschlossen, die zwei Durchgangsöffnungen für den Stecker aufweist.
Arten von Steckdosen
Die Industrie stellt zwei Arten von Produkten her:
- mit Erdungsschiene ausgestattet;
- ohne Erdungsschiene.
Die erste Art von Konstruktionen wird oft als "Euro-Steckdose" bezeichnet. Diese Konstruktion erfüllt vollständig die Anforderungen an die elektrische Sicherheit. Bei einem Wechsel der elektrischen Verkabelung wird empfohlen, Steckdosen mit Erdung zu installieren.

Der zweite Produkttyp gilt als veraltete Modifikation, kommt aber in der Praxis immer noch vor. Besonders viele Steckdosen veralteter Bauart werden in Altbauten verwendet.

Beide Produktarten werden für die Innen- oder Außenmontage hergestellt. Gemäß den neuen Empfehlungen für elektrische Installationen müssen Steckdosenvarianten für den Innenbau Bimetallplatten mit Erdungskontakt in ihrer Konstruktion enthalten.
Für Steckdosen zur Außenmontage gelten die gleichen Empfehlungen, aber in bestimmten Verwendungsfällen ist eine Zweileiter-Schnittstelle zulässig.
Erdung der Steckdose und Prüfmethoden
Die Überprüfung der Erdung in elektrischen Netzen kann in verschiedenen Fällen erforderlich sein:
- beim Wohnortwechsel;
- bei der Anmietung einer Immobilie;
- beim Kauf eines Büros oder eines Unternehmens;
- bei Arbeiten auf fremdem Gelände usw.
Betrachten wir die allgemein üblichen Prüfmethoden.
Prüfung anhand äußerer Merkmale
Die erste und einfachste Prüfung auf Vorhandensein einer Erdung erfolgt visuell anhand äußerer Merkmale. Einem potenziellen Nutzer genügt es, die äußere Schnittstelle der Steckdose zu beurteilen, um für sich bestimmte Schlussfolgerungen zu ziehen.

Wenn also im Inneren der Steckdosendose charakteristische Teile vorhanden sind, die auf das Vorhandensein einer Erdungsschiene hinweisen, kann der Test zu 50 % als erfolgreich angesehen werden. Solche Teile sind spezielle Aussparungen im Gehäuse des Produkts und die durch diese Aussparungen sichtbaren Kontakt-Bimetallplatten.
Diese Erdungs-„Fühler“ befinden sich normalerweise im oberen und unteren Bereich der Steckdosendose.
Analyse der inneren “Komponenten”
Um sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 % von der Erdung der Steckdose zu überzeugen, muss das Gehäuse des Produkts geöffnet werden – eine Schraube, die den Steckdosendeckel hält, lösen und diesen abnehmen.
Bevor diese Arbeit ausgeführt wird, sollten die elektrischen Anlagen spannungsfrei geschaltet werden – den Hauptschalter ausschalten, der normalerweise im Montagekasten installiert ist, der sich auf dem Treppenabsatz des Hauseingangs befindet (Variante für kommunalen Wohnungsbau).
Nach dem Öffnen der Steckdose zeigt sich dem Benutzer die gesamte vorhandene Verlegung der Leiter, die an die Montageklemmen des Geräts angeschlossen sind.
Für eine Schaltung in Euro-Ausführung ist das charakteristische Merkmal der Verdrahtung das Vorhandensein von drei Leitern:
- Phasen-;
- Null-;
- Erdungs-.
Die Farben der Drähte der ersten beiden Leiter können sich unterscheiden. Allerdings wird gemäß den festgelegten Spezifikationen die Phase normalerweise mit einem Draht mit Isolationsfarben braun oder weiß und der Nullleiter mit Isolationsfarben blau oder schwarz zugeführt. In der Praxis kann jedoch alles ganz anders sein.

Der dritte Leiter ist der Schutzleiter, der speziell grün oder gelb-grün gefärbt ist. Außerdem hat dieser Leiter in der Regel einen größeren Querschnitt. Der Schutzleiter im Inneren des Steckdosengehäuses wird mit dem Kontakt der Sammelschiene verbunden, die wiederum eine direkte Verbindung zu den Bimetallplatten des Euro-Steckersystems hat.

Also, das Vorhandensein eines angeschlossenen Leiters (gelb-grün, grün) an der Erdungsschiene – das ist bereits eine 75%ige Garantie dafür, dass die Erdung in der Steckdose vorhanden ist.
Es bleibt nur noch, die Funktionsfähigkeit (Integrität) der Erdungsschiene mit speziellen Geräten zu überprüfen.
Testen mit Geräten
Die Prüfmethodik mit Kontrollgeräten bietet eine 100%ige Garantie für das Vorhandensein einer Erdung in der Steckdose. Die Prüfung mit speziellen Geräten darf jedoch nur von Personen durchgeführt werden, die über die entsprechende Berechtigung verfügen. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn die Prüfung mit Geräten erfolgt in der Regel bei anliegender Spannung.

Haushaltssteckdosen werden mit 220 V (manchmal mit 110 V) betrieben. Bei angelegter Spannung besteht eine reale Gefahr für Personen, die die Elemente des Stromnetzes prüfen. Umso mehr für diejenigen, die keine Ahnung vom Funktionsprinzip elektrischer Netze haben.
Test mit einer Glühlampe
Die erste einfache Prüfmethode wird mit einer gewöhnlichen Glühlampe durchgeführt, die für die Spannung des vorhandenen Netzes ausgelegt ist.
Für die Arbeit muss die prüfende Person eine einfache Vorrichtung anfertigen:
- Eine elektrische Lampenfassung nehmen.
- An die Fassung eine zweiadrige Leitung (20-30 cm) anschließen.
- Eine Glühlampe in die Fassung einschrauben.
Die Enden der Patronenleiter müssen 7–10 mm vom Rand abisoliert werden. Bei Litzenleitern sind die Adern der abisolierten Enden fest zu verdrillen. Für mehr Sicherheit können die Drähte mit Aderendhülsen versehen werden. Damit ist die Vorbereitung der Ausrüstung abgeschlossen, und Sie können direkt mit dem Test beginnen.
Die folgende Fotogalerie veranschaulicht den Prozess der Erdungsbestimmung mit einer Glühlampe:
Schalten Sie den Stromkreis-Automaten ein, der die Steckdose umfasst. Nehmen Sie eine Fassung mit Lampe und verbinden Sie die Drahtenden mit den üblichen Kontakten der Steckdose (Phase – Nullleiter). Die Lampe sollte hell leuchten. Diese Verbindung weist auf die Integrität des Stromkreises sowie auf die Funktionsfähigkeit der hergestellten Vorrichtung hin. Dieser Testschritt muss unbedingt durchgeführt werden.
Anschließend prüfen Sie die Funktion der Erdung. Das Ende eines beliebigen Leiters von der Lampenfassung wird mit dem Kontakt der Erdungsschiene verbunden, und das verbleibende freie Ende wird nacheinander an die Kontakte der Steckdose angeschlossen.
Wenn eine der beiden Verbindungen die Lampe zum Leuchten bringt, bedeutet dies, dass die Erdungsschiene intakt und an die „Erde“ angeschlossen ist. Der Test war erfolgreich. Andernfalls ist die Erdung der Steckdose nicht vorhanden.
Prüfung mit einem Zeiger- (Digital-)Voltmeter
Für die zweite Methode zum Testen der Erdungsschiene wird ein Zeiger- oder elektronisches Gerät benötigt, das Spannung misst. Hier eignet sich ein Standardtester, zum Beispiel Modell Z4353.

Der Messbereich des Geräts für Spannung (Wechselspannung) muss eine obere Grenze von mindestens 600 V haben. Das Testprinzip selbst ist analog zur Prüfung mit einer Lampe. Nur wird anstelle der Beleuchtung zur Kontrolle die Skala des Geräts verwendet.
Schrittweise Durchführung der Prüfung mit einem Zeigertester:
- Stellen Sie den Modus zur Messung der Wechselspannung ein.
- Stellen Sie den Messbereich auf 600 V ein.
- Schließen Sie die Prüfspitzen des Geräts an die Kontakte der Steckdose (Phase – Nullleiter) an.
- Notieren Sie die Messwerte des Geräts auf Papier.
- Schließen Sie eine Prüfspitze des Geräts an den Erdungskontakt an.
- Schließen Sie nacheinander die zweite Prüfspitze des Geräts an die Kontakte der Steckdose an.
- Notieren Sie die Messwerte auf Papier.
Nun sollten Sie die aufgezeichneten Messwerte vergleichen, die bei der Prüfung in Schritt 6 ermittelt wurden. Wenn einer der beiden Werte gleich oder etwas kleiner ist als der in Schritt 4 erhaltene Wert, bedeutet dies, dass die Erdungsschiene funktioniert. Das Fehlen jeglicher Messwerte weist auf eine nicht funktionierende oder unterbrochene „Erde“ hin.
Auf ähnliche Weise wird der Vorgang mit einem Digitalvoltmeter durchgeführt, das mit einem Flüssigkristallbildschirm ausgestattet ist. Der einzige Unterschied in der Handhabung ist die bequemere Wahrnehmung des Messergebnisses. Das digitale Äquivalent des Zeigergeräts ist das Multimeter. Es ist praktisch, da es das Messergebnis in digitalen Werten auf dem Bildschirm anzeigt. Allerdings ist es in Bezug auf Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit dem Zeigergerät unterlegen.
Eine detaillierte Anleitung zur Überprüfung der Spannung in der Steckdose finden Sie in diesem Artikel.
Wann es notwendig ist, die Steckdose zu öffnen
Im Großen und Ganzen können alle oben genannten Methoden zur Prüfung der Erdung ohne Demontage der Steckdosenabdeckung durchgeführt werden. Eine hundertprozentige Garantie ist jedoch aus einem einfachen Grund nicht möglich.
In der Praxis trifft man nicht selten auf Beispiele, bei denen die Erdungsschiene von sogenannten 'geschickten Händen' mit der Nullschiene verbunden wird. Dies geschieht durch eine Drahtbrücke, die zwischen Nullleiter und Erdungskontakt installiert ist.

Ohne Demontage der Abdeckung ist ein solches 'Kunstwerk' nicht zu entdecken. Gleichzeitig zeigen die Messgeräte das Vorhandensein von Erde an. Es besteht ein Fehlerrisiko. Daher ist das Öffnen der Abdeckung bei einer Überprüfung immer sinnvoll.
Aus Sicherheitssicht für die Benutzer von Steckdosen ist die Verbindung von 'Null' mit 'Erde' eine äußerst unglückliche und unzulässige Handlung.
Die Erdungsschiene wird gemäß den Regeln der Elektroinstallation immer als eine separate Kommunikationslinie betrachtet, die indirekt mit dem Stromlaufplan in der Wohnung oder im Haus verbunden ist.
Und der Nullleiter kann jederzeit durch Unachtsamkeit oder Unerfahrenheit des Wartungspersonals an die Stelle des Phasenleiters verschoben werden. Die Folgen sind ohne weitere Worte klar.
Die Verwendung von geerdeten Steckdosen im Haushalt wird allmählich zur Norm. Heutzutage wird jedes moderne Gebäude mit einer elektrischen Anlage ausgestattet, die eine obligatorische Installation von Schaltungselementen mit Zuführung der Erdungsschiene vorsieht.
So wird ein hohes Maß an Sicherheit für Personen gewährleistet, die Gebäude nutzen und Steckdosen für verschiedene Haushaltsgeräte verwenden.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Die Nuancen der Installation einer Steckdose mit Erdung können Sie anhand des folgenden Videomaterials kennenlernen:
Übrigens sei angemerkt: Bei vorhandener Erdungsschiene in den Steckdosen erhöht sich die Zuverlässigkeit der Haushaltsgeräte. Besonders kritisch reagieren digitale Geräte auf das Fehlen einer 'Erde', und solche sind heutzutage allgegenwärtig.
Erzählen Sie, welche Methode Sie zur Prüfung der Erdung in Steckdosen verwenden. Teilen Sie Ihre eigenen Kenntnisse mit den Lesern, beteiligen Sie sich an Diskussionen und stellen Sie Fragen. Der Kommentarblock befindet sich unten.

Ich wollte die Frage der korrekten Installation der Erdung in Steckdosen klären. Zuvor waren alte sowjetische Steckdosen verbaut, bei denen es keinen Hinweis auf Erdungskontakte gab. Nachdem ich den Text gelesen hatte, in dem alle Nuancen dieses Vorgangs detailliert beschrieben wurden, habe ich viel Neues erfahren. Auch das Video, in dem der Anschluss der Steckdose anschaulich gezeigt wird, war hilfreich. Außerdem wurde eine recht einfache Testmethode mit einer Lampe beschrieben, die ich auf jeden Fall ausprobieren werde.
Guten Tag, Anton. Viele Unfälle bei der Prüfung von Elektroinstallationen mit Glühlampen sind nicht spurlos vorübergegangen – in den „Sicherheitsvorschriften…“ wurde ein Punkt aufgenommen, der die Verwendung von Lampen verbietet.
Diese Regeln legen außerdem die Qualifikation der Personen fest, die die Prüfung durchführen dürfen. Selbst das einfache Ausschalten des Schalters, der die Steckdose stromlos macht, wird von einer Vielzahl von Sicherheitsmaßnahmen begleitet – darunter beispielsweise das Anbringen eines Schildes, das das Einschalten verbietet.
Ich habe einen Screenshot eines kleinen Abschnitts der Regeln beigefügt, aber versuchen Sie, sie zu lesen, um die Komplexität der Reparatur oder Prüfung selbst einer Wohnungssteckdose zu verstehen.
Eine recht komplizierte Methode mit der Glühlampe. Würde die Lampe denn leuchten, wenn man den Nullleiter mit der Erde verbindet? Und wenn am Eingang nicht nur ein Sicherungsautomat, sondern auch ein FI-Schutzschalter installiert ist, wird er dann nicht ausgelöst, und die Lampe wird nicht leuchten? Und wenn es sich nicht um eine fest geerdete Neutralleiter, sondern um einen isolierten Neutralleiter handelt? Ich verstehe nicht viel davon, ich habe nur oberflächliches Wissen, und dennoch halte ich solche Empfehlungen für inakzeptabel. Unverwüstlich ist das russische Land an solchen 'Bastlern'. Interessant, und warum verbindet man den Nullleiter mit der Erde, um jemanden einen Stromschlag zu versetzen?
Guten Tag, Sergej. Sie haben es nicht verstanden – das bezieht sich auf Ihre Frage „Würde die Lampe leuchten, wenn man Null und Erde verbindet?“. Der Autor beschreibt den folgenden Algorithmus: Mit dem vom Lampensockel kommenden Leiter berührt man den 'Schutzkontakt', und mit dem anderen Leiter berührt man nacheinander die Kontakte der Steckdose.
Bezüglich des FI-Schutzschalters oder des Sicherungsautomaten, der ausgelöst wird – diese werden ja nicht durch die eingeschaltete Last ausgelöst. Einfach gesagt, die Glühlampe übernimmt die Rolle der Last.
Zu 'Null' und 'Erde' – diese Leitungen werden im Wohnungsverteiler verbunden (es gibt auch andere Varianten), aber davor verlaufen sie getrennt: Durch den 'Nullleiter' fließt der Betriebsstrom, durch die 'Erde', die mit dem Metallgehäuse der Elektroinstallation verbunden ist, fließt nichts (zur Klarheit habe ich einen Screenshot beigefügt).
Bei einem Kurzschluss zum Gehäuse beginnt der Strom durch zwei Leiter zu fließen – den 'Erdungsleiter' und den 'Nullleiter', was den Widerstand der Ersatzschaltung erheblich verringert. Allerdings ist das bereits eine komplizierte Elektrotechnik für Sie, aber ich habe den Screenshot trotzdem beigefügt.
Ich überprüfe die Erdung immer mit einer Glühlampe. Für mich persönlich ist das die einfachste Methode. Zunächst muss die gesamte Konstruktion gut isoliert werden, und man muss unbedingt eine funktionierende Glühlampe nehmen. Denn wir haben einmal bei einem Freund geprüft und dachten, dass wir irgendwo “einen Fehler gemacht” haben, aber es lag an der Lampe. Wenn der Fehlerstrom-Schutzschalter auslöst, dann bedeutet das, dass das gesamte System so funktioniert, wie es soll.
Dmitri, lesen Sie meine Antwort an Anton oben.