Paketschalter: Was ist das und wofür wird er benötigt + Anschlussplan
Es gibt wohl kaum einen Erwachsenen, der in seinem Leben noch nie einen Paketschalter gesehen hat, auch wenn nicht jeder weiß, wie er heißt. Vor mehreren Jahrzehnten waren solche Geräte in jedem Hauseingang und in allen Wohnungen installiert.
Sie wurden als Schalter verwendet, mit denen die Stromzufuhr ein- und ausgeschaltet wurde. Im Laufe der Zeit wurden die Paketschalter durch moderne Schutzschalter ersetzt, aber noch lange nicht überall.
Inhalt des Artikels:
Was ist ein Paketschalter?
Paketschalter sind Geräte, die zum Schalten (d.h. Ein- und Ausschalten) kleiner Lastströme bestimmt sind. Sie werden an Gleich- und Wechselstromnetze mit 440-660 V angeschlossen.
Die Geräte kann man kaum als komfortabel bezeichnen, da in ihrer Konstruktion keine automatischen Abschaltsysteme bei Überlastung vorgesehen sind.

Neben dem Fehlen von Schutzautomatik haben die Geräte noch einen weiteren wesentlichen Nachteil: Sie gehen bei häufigen Spannungsschwankungen schnell kaputt. Aus diesem Grund werden sie viel seltener eingesetzt.
Dennoch ist es noch zu früh, von einer Unzeitgemäßheit der Paketschalter zu sprechen, solange sie billig sind und ihre Schaltlebensdauer zufriedenstellend ist. Die Geräte sind nach wie vor für den Einsatz in Verteilerkästen und Bedienpulten praktisch.

In den Hauseingängen von Mehrfamilienhäusern werden schon lange keine Paketschalter mehr installiert. Sie wurden durch moderne zweipolige Schutzschalter ersetzt, die sich durch bessere Verschleißfestigkeit, Langlebigkeit und eine höhere Stromtragfähigkeit auszeichnen. Die neuen Geräte werden an das Stromnetz jeder einzelnen Wohnung angeschlossen, nicht an das des Hauseingangs.
Konstruktionsmerkmale des Paketschalters
Die Konstruktion des Paketschalters umfasst eine Kontaktgruppe und einen Schaltmechanismus. Diese sind in einem Gehäuse eingeschlossen, in dem sich auch die beweglichen Kontakte befinden, die auf einer quadratischen Hülse aus elektrisch isolierendem Material befestigt sind.
Das Gerät ist mit feststehenden Kontakten ausgestattet, deren Klemmen aus dem Gehäuse herausragen und ihrer Form nach an Messer erinnern. Die Kontakte werden mithilfe einer Feder verbunden und getrennt. Diese wird mittels eines Hebels betätigt.

Die Drehung des Griffs spannt die Feder des Schaltmechanismus. Diese dreht die Profilscheibe und die beweglichen Kontakte um eine Vierteldrehung. Der Hub der Scheibe wird durch einen Anschlag im Deckel begrenzt.
Die beweglichen Kontakte sind an Platten aus Fiber befestigt. Das Material gibt beim Erhitzen Gas ab, das unter Druck durch die Öffnungen des Pakets strömt. Anstelle des Gases gelangt nichtionisierte Luft in das Gehäuse und löscht den Lichtbogen.

Aufgrund der einfachen Konstruktion und der Benutzerfreundlichkeit werden Paketschalter in folgenden Bereichen häufig eingesetzt:
- als Eingangsschalter;
- zum Umschalten von Steuerstromkreisen;
- als Stromverteiler;
- zur Steuerung von Elektromotoren.
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Modelle, die für den Einsatz unter unterschiedlichen Bedingungen ausgelegt sind: in trockenen und feuchten Räumen, zur Montage in Verteilerkästen und Techniknischen.
5 unbestrittene Vorteile der Geräte
Die Beliebtheit der Paketschalter über viele Jahrzehnte ist auf die unbestreitbaren Vorzüge dieser Geräte zurückzuführen:
- Kompaktheit. Dank ihrer geringen Größe sind die Geräte einfach zu installieren und bequem in der Bedienung.
- Hohe Lichtbogenlöschgeschwindigkeit. Paketschalter sind rational konstruiert, daher erfolgen sowohl die Löschung des Lichtbogens als auch die Abschaltung des Geräts nahezu augenblicklich.
- Einfache Wartung. Paketschalter benötigen keine besondere Pflege oder Wartung. Wichtig ist nur, dass sie rechtzeitig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.
- Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen. Die Geräte sind schwer zu beschädigen. Sie kommen gut mit mechanischen Belastungen zurecht und leiden nicht unter Vibrationen.
- Breites Anwendungsspektrum. Paketschalter haben keine Angst vor hohen und niedrigen Temperaturen (von -40 bis 70 Grad). Geräte in hermetisch dichten Gehäusen sind beständig gegen Staub und Feuchtigkeit.
Die Lebensdauer des Paketschalters hängt direkt vom Zustand der Vorsprünge der Sicherungsscheibe ab.
Wenn das Hauptarbeitsteil verschleißt, fällt das Gerät aus. Aufgrund dieser Besonderheit gibt es an den Geräten Beanstandungen bezüglich der kurzen Lebensdauer.

Paketschalter sind nicht reparierbar. Wenn sie defekt sind, müssen sie ersetzt werden. Dafür müssen die Geräte während ihrer gesamten Betriebsdauer nicht gewartet werden. Es reicht aus, sie alle sechs Monate von Verschmutzungen zu reinigen und die Funktionalität zu überprüfen.
Haupttypen und -arten von Paketschaltern
Paketschalter werden nach verschiedenen Merkmalen klassifiziert:
- nach dem Ort des Anschlusses externer Stromkabel an die Platte (vorderer, hinterer Anschluss);
- nach dem Schutzgrad der inneren Konstruktionselemente vor negativen Umwelteinflüssen (unterschieden werden offene, geschützte, hermetische Geräte);
- nach den Besonderheiten der Schalterkonstruktion (Paket-Nocken-, Trommel-).
Trotz der großen Vielfalt an Paketschaltern und -umschaltern haben sie gemeinsame technische und betriebliche Eigenschaften und ähnliche Nachteile.
So ist die Lebensdauer des Federmechanismus auf etwa 103 Stromausschaltungen ausgelegt. Es gibt verschleißfeste Modelle, die 203-1000 Ausschaltungen durchführen. Hauptbedingung: Die Betätigungsfrequenz des Mechanismus darf 50 pro Stunde nicht überschreiten.
Die Kennzeichnung der Produkte kann folgende Buchstaben- und Zahlenkürzel enthalten:
- «V» – Ausschalter;
- «P» – Umschalter;
- «P» – Paket-;
- «G» – gekapselt;
- Ziffern 1-4 – Anzahl der Pole;
- «N» – Richtung (2, 3, 4, sowie «R» – revers).
In der Gerätekennzeichnung werden Schutzart, Aufstellungsart, Montagebesonderheiten und Nennstrom angegeben. Manchmal findet man die Kurzbezeichnungen «sil.» und «pl.».
Sie werden zur Angabe des Gehäusematerials verwendet (Silumin, Kunststoff). Zum Beispiel wird die Kennzeichnung GPPM-2-60/N2 als 2-poliger 60-Ampere-gekapselter Paketumschalter für 2 Richtungen interpretiert.
Modernere Alternativen zum Gerät
Alte Paketschalter wurden fast überall durch Schutzschalter ersetzt. Dies ist logisch, da sich die Anforderungen an Energieverbrauch und Haltbarkeit der Geräte geändert haben. Heute werden häufig FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen), Leitungsschutzschalter und Differenzialschutzschalter sowie Schütze eingesetzt.
Variante #1: Fehlerstromschutzschalter
Das Gerät dient zur Vermeidung von Stromlecks. Es reagiert auf Differenzstrom, der zur Überhitzung von Elektrokabeln führen kann, was wiederum Kurzschlüsse und Kabelbrände verursachen kann. Lecks können auch zu Stromschlägen bei Personen führen.

Ein FI-Schutzschalter muss installiert werden, um das Risiko eines Stromlecks zu vermeiden, wenn der Strom an den Verbrauchern vorbeifließt. Das Gerät fungiert als Leckindikator, der einfach den Strom bei Störungen abschaltet.
Das Fehlerstrom-Schutzgerät allein schützt nicht vor Überlastungen oder Kurzschlüssen. Dies ist nur möglich, wenn es in Kombination mit einem Leitungsschutzschalter angeschlossen wird.
Variante #2: Leitungsschutzschalter
Diese Geräte haben die Paketschalter abgelöst. Sie erfüllen dieselben Funktionen, sind jedoch bedienungsfreundlicher, langlebiger und verschleißfester.
Leitungsschutzschalter können ebenfalls ein-, zwei-, drei- oder vierpolig sein. Sie unterscheiden sich nach Art des Antriebs (manuell, federbetätigt, motorisch), Anschlussart und anderen technischen und betrieblichen Merkmalen.

Die zum Verkauf angebotenen Leitungsschutzschalter werden gekennzeichnet und gemäß den GOST-Normen 9098–78 und 14255 klassifiziert. Diese Dokumente legen die Anforderungen an die technischen Eigenschaften der Geräte fest.
Variante #3: Differenzialschutzschalter
Dies ist ein kombinierter Schutzschalter, der gleichzeitig die Funktionen von zwei Geräten übernimmt – dem Fehlerstrom-Schutzgerät und dem Leitungsschutzschalter. Der Differentialschutzschalter ersetzt hervorragend den Sicherungsautomaten, eignet sich für Haushaltsstromnetze und wird erfolgreich in Betrieben eingesetzt.

Die funktionellen und konstruktiven Unterschiede zwischen dem Differentialschutzschalter und dem Fehlerstrom-Schutzgerät sind hier aufgeführt; wir empfehlen Ihnen, sich mit diesen sehr nützlichen Informationen vertraut zu machen.
Ein Differenzialschutzschalter verhindert Leckströme, Kurzschlüsse und minimiert das Risiko von Stromschlägen. Das Gerät enthält einen thermischen und einen elektromagnetischen Auslöser. Ersterer verhindert Überlastungen im Netz, letzterer dient zur Abschaltung des Stroms bei Kurzschluss.
Variante #4: Schütz – eine Art elektromagnetisches Relais
Das Gerät wird für die Fernsteuerung der Ein-/Ausschaltmodi von Stromkreisen benötigt. Elektromagnetische Relais sprechen bei Kurzschluss nicht an und sind nur für Nennströme ausgelegt. Dies ist ihr Hauptunterschied zu Leitungsschutzschaltern.

In modernen Wohnhäusern werden veraltete Paketschalter selten installiert. Nahezu überall wird die Installation von Differentialschutzschaltern oder der Anschluss von Fehlerstrom-Schutzgeräten in Kombination mit einem Leitungsschutzschalter praktiziert. Es gibt jedoch Fälle, in denen der gute alte Paketschalter unersetzlich sein kann, zum Beispiel wenn während elektrischer Installationsarbeiten die Stromzufuhr abgeschaltet werden muss.
Anschlussplan des Paketschalters
Aufgrund seiner Kompaktheit kann der Paketschalter im Verteilerkasten installiert werden. Dazu wird eine Hutschiene verwendet. Bei einem älteren Modell ist zu beachten, dass es wahrscheinlich keine Schnappbefestigung hat und für die Montage selbstschneidende Schrauben erforderlich sind. Bei der Installation moderner Paketschalter gibt es keine Probleme.
Die beiden Eingangsklemmen des Paketschalters werden an die Phasen- und Neutralleiter angeschlossen, die vom Stromzähler kommen. Die Ausgangsklemmen werden an die Leistungsschalter im Verteilerkasten angeschlossen.

In heimischen Schaltplänen sind der Null- und der Phasenleiter blau bzw. rot gekennzeichnet.
Wenn das Produkt importiert ist, können die Kabelfarben abweichen. Lesen Sie daher unbedingt die technischen Unterlagen und die Empfehlungen des Herstellers. Experimentieren Sie nicht „blind“.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Wir bieten eine thematische Videozusammenstellung an, die Ihnen hilft, die Konstruktion, den Zweck und das Funktionsprinzip von Paketschaltern verschiedener Typen zu verstehen.
Konstruktionsmerkmale des sowjetischen Paketschalters:
Moderne Modelle der Serie SA25:
Wie der Paketschalter PVM 2 10 aufgebaut ist:
Videoanleitung zum Anschluss eines FI-Schutzschalters und eines Leitungsschutzschalters:
Obwohl die Beliebtheit von Paketschaltern von Jahr zu Jahr abnimmt, stellen die Hersteller sie weiterhin her. Neue Modelle sind viel bequemer und haben weniger Nachteile als veraltete.
Bei der Auswahl eines geeigneten Paketschalters sollten Sie auf einige Marken achten: Legrand (Frankreich), IEK (Russland), ABB (Schweden, Schweiz). Dies sind zuverlässige Marken und ihre Produkte zeichnen sich durch hohe Qualität aus.
Erzählen Sie, wie Sie ein Paket-Trennschaltgerät selbst ausgewählt oder installiert haben. Teilen Sie technische Nuancen, die für die Besucher der Website nützlich sein werden. Stellen Sie bitte Fragen, laden Sie Fotos zum Thema des Artikels hoch und hinterlassen Sie Kommentare im unten stehenden Block.

Paketschalter wurden oft nicht für ihren eigentlichen Zweck (zum Schalten) verwendet, sondern zum einfachen Ein-/Ausschalten, aufgrund ihrer dichten Gehäuse bei der Installation im Freien und in feuchten Räumen.
Mich interessiert, wie sicher die Verwendung von Paketschaltern ist. Ich habe mehrfach Geschichten gehört, dass sie bei Verschleiß explodiert sind.
Guten Tag, Leonid.
Ein Paketschalter, ein Schutzschalter, jedes elektrotechnische Gerät ist sicher, wenn es gemäß den Datenblattangaben verwendet und gemäß den PEEP-Anforderungen betrieben wird.
Hier sind zum Beispiel die technischen Daten des Paketschalters „PV“:
– bestimmt für Steuerstromkreise von elektrischen Anlagen, Asynchronmotoren;
– erlaubt gelegentliches Ein-/Ausschalten – Schaltungen sind auf 120 Schaltspiele pro Stunde begrenzt;
– Betriebsarten – Dauerbetrieb, Aussetzbetrieb, unterbrochener Dauerbetrieb.
Im Betrieb müssen der Übergangswiderstand der Kontakte, der Isolationswiderstand (kalter Zustand/strombedingt erwärmt) und andere im Regelwerk festgelegte Parameter überwacht werden.
Hier Interessantes zur Montage:
– Paketschalter für 16~40 A. Die Enden der anzuschließenden Drähte werden verlötet;
– Paketschalter für 63~100 A. Die Drahtenden werden mit Aderendhülsen versehen, die verlötet werden. Einen Screenshot dieses umfangreichen und interessanten Auszugs aus dem Datenblatt habe ich beigefügt.