Majewski-Ventil: Aufbau, Funktionsprinzip und Überblick über typische Installationsschemata
Wasserheizungsleitungen haben eine charakteristische Eigenschaft. Beim Befüllen der Rohrleitungen mit Wasser bleibt ein Teil des Systems von Luftpolstern besetzt. Der normale Betrieb der Wasserheizung ist in solchen Fällen nicht gewährleistet, daher muss die Luft aus den Rohrleitungen manuell entfernt werden.
Ein Majewski-Ventil hilft, Luftblasen zu beseitigen – ein einfacher Mechanismus zum manuellen Entlüften. In dem von uns vorgestellten Artikel wird das Funktionsprinzip des Geräts ausführlich analysiert und es werden alternative Optionen betrachtet. Die von uns gegebenen Empfehlungen sind für die Installation und den Betrieb nützlich.
Inhalt des Artikels:
Aufbau und Funktionsweise des Geräts
Die vielen vertrauten Majewski-Ventile wurden für die Bedienung mit einem speziellen Schlüssel oder einem Schraubendreher hergestellt. Das heißt, solche Produkte kann man eigentlich nicht als automatische Geräte bezeichnen.
Die modernen Vorläufer der Majewski-Ventile – automatische Entlüfter – haben die Konstrukteure etwas verbessert.
Automatische Modelle arbeiten ohne jegliches externe Eingreifen.
In der Sanitärpraxis gibt es jedoch verschiedene konstruktive Varianten von Maevski-Hähnen:
- gerade manuelle mit Schaft;
- eckige manuelle mit Schaft;
- vertikale automatische mit Schwimmer.
Manuelle und automatische Varianten unterscheiden sich dahingehend, dass erstere praktisch in jeder Position montiert werden können, letztere jedoch nur in vertikaler Position.
Manuelle Konstruktionen werden traditionell direkt in den Körper von Heizkörperplatten oder -rippen eingebaut. Automatische Entlüfter sind in der Regel für die Montage an Hauptleitungen an schwer zugänglichen Wartungspunkten des Heizsystems vorgesehen.

Das Funktionsprinzip des Maevski-Hahns basiert auf dem Zusammenspiel einfachster Teile. Bei manuellen Konstruktionen handelt es sich faktisch um ein gewöhnliches Nadelventil.
Die Elemente eines solchen Ventils sind:
- Metallgehäuse.
- Schaft mit Gewinde und Durchgangsnuten.
- Kappe mit Kanal für den Luftaustritt.
- Gummidichtring.
Als Material für die Herstellung von Maevski-Hähnen wird traditionell Messing gewählt. Allerdings kann ein separates Teil des Mechanismus – die Kappe mit Luftkanal – aus Kapron, Nylon oder hochtemperaturbeständigem Kunststoff gefertigt sein.

Das Messinggehäuse des Geräts hat am unteren Außendurchmesser ein Gewinde. Mit diesem Gehäuseteil wird der Hahn in die Aufnahme des Heizkörperstopfens eingeschraubt.
Funktionsweise des manuellen Ventilmechanismus
Ganz einfach. Im Normalzustand ist die Schraube des Betätigungsschafts mit ihrem Nadelteil bis zum Anschlag in die ringförmige Hülse der Ablassöffnung eingedreht.
Wenn die Notwendigkeit besteht, das System von einer Luftblase im Heizkörper zu befreien, dreht der Sanitärinstallateur (oder der Wohnungseigentümer) mit einem Schlüssel oder Schraubendreher die Schraube um 2-3 Umdrehungen heraus. Aufgrund des großen Dichteunterschieds von Wasser und Luft entweicht letztere zuerst durch die geöffnete Austrittsöffnung.
Danach strömt der Luftstrom durch die Längsnuten der Spindel und gelangt in den Bereich unter der Nylonkappe. Von dort wird die Luftmasse durch den Auslasskanal ausgestoßen. Sobald der Luftstrom aufgehört hat und anschließend Wasser fließt, dreht der Sanitärinstallateur die Schraube des Majewski-Hahns bis zum Anschlag zu. Damit ist die Entlüftungsprozedur abgeschlossen.

Die Prozedur zum Entlüften des Heizkreislaufs wird regelmäßig wiederholt, da es nicht möglich ist, die gesamte Luftmenge auf einmal abzulassen.
Funktionsprinzip automatischer Entlüfter
Die Funktionsweise des Automaten – des Nachfolgers des Majewski-Hahns – erscheint etwas anders. Das Funktionsprinzip eines ähnlichen, aber automatisch arbeitenden Geräts unterscheidet sich wesentlich vom manuellen Standard. Der automatische Entlüftungshahn ist in einem zylindrischen Gehäuse untergebracht. Im Inneren des Zylinders ist ein Schwimmermechanismus installiert.
Der Schwimmer des Mechanismus ist über ein Hebelsystem mit einer Nadelspindel verbunden. Bei dieser Konstruktion ist die Spindel vertikal angeordnet. Ihr nadelförmiges Ende übernimmt die Funktion eines Ventils, das die Öffnung im oberen Teil des Zylinders blockiert oder freigibt. Der Eintritt des Luft-Wasser-Gemischs erfolgt im unteren Teil.

Bei Vorhandensein von Wasser im Zylinder des Entlüfters wird der Schwimmer durch den Druck angehoben. Die Druckkraft drückt den Nadelteil des Ventils an. Dieser wiederum verschließt die obere Auslassöffnung.
Sobald jedoch Luft in den Zylinder gelangt, lässt die Druckkraft des Wassers auf den Schwimmer nach, und der Nadelteil des Ventils bewegt sich nach unten. Die obere Kalibrieröffnung öffnet sich, durch die die Luft nach außen abgelassen wird. Während die Luftblase abzieht, füllt sich der Zylinder wieder mit Wasser. Der Schwimmer stellt das Ventil in die Position “geschlossen”.
Wie wird der Entlüftungsmechanismus montiert?
Der manuelle Maevski-Hahn ist eine selbstabdichtende Vorrichtung. Im Lieferumfang ist ein Dichtring aus Kautschuk enthalten, daher ist es nicht erforderlich, zusätzliche Dichtungsmaterialien zu verwenden.
Traditionell erfolgt die Montage von manuellen Entlüftungsventilen dieses Typs zusammen mit Radiatoreinsätzen (1 dm x ½ dm; 1 dm x ¾ dm). Als Montagewerkzeug wird ein speziell für Einsätze und Stopfen vorgesehener Überwurfschlüssel verwendet.

Der Betrieb von Maevski-Hähnen (Entlüftern) ist nur bei den in den Normen festgelegten Druck- und Temperaturwerten zulässig. Diese Werte werden durch die technischen Daten des Geräts bestimmt.
Technische Daten des Entlüfters
Die erforderlichen funktionalen Eigenschaften sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Technische Daten | Zulässiger Wert | Maßeinheiten |
| Druck (Betriebsdruck) | 10 | ATI |
| Temperatur (maximal) | 120 | °C |
| Durchgangsdurchmesser | 25,4 oder 20,0 | mm |
| Gewindedurchmesser | 25,4 oder 20,0 | mm |
| Betriebsmedium | Wasser und andere nicht aggressive Flüssigkeiten | – |
| Lebensdauer | 20 – 25 | Jahre |
| Dichtheitsklasse | «A» | – |
Im Betrieb sind Störungen der Geräte nicht ausgeschlossen. Eine häufige Ursache für den Funktionsverlust von Maevski-Hähnen ist feiner Schmutz, der durch das Heizmedium transportiert wird.
Wenn der Hahn verstopft ist und seine Funktion verloren hat, wird eine einfache Wartung empfohlen:
- Trennen Sie den Heizkörper mit Absperrventilen vom System ab.
- Lassen Sie etwa 1/3 des Wasservolumens aus dem Heizkörper ab.
- Entfernen Sie das Gerät vom Heizkörperkörper.
- Reinigen Sie die Durchgangsbohrung mit einem dünnen (nichtmetallischen) spitzen Gegenstand.
Heizungsanlagen sind nicht immer mit Heizkörpern ausgestattet, deren Stopfen bereits vorgebohrte Löcher für Maevski-Hähne haben. In solchen Fällen müssen die Anschlüsse für die Entlüfter selbst hergestellt werden. Besondere Schwierigkeiten sind dabei nicht zu erwarten. Es muss lediglich ein Loch für die Einbaugröße des Hahns gebohrt und ein Gewinde geschnitten werden.

Das Loch wird mit einem Metallbohrer und einer Bohrmaschine gebohrt, und das Gewinde wird mit einem Gewindebohrer geschnitten. Der Durchmesser des Bohrers wird natürlich 1 – 1,5 mm kleiner gewählt als die Einbaugröße des Hahns, und der Gewindebohrer entspricht genau der Größe.
Besonderheiten der Integration in die Heizungsanlage
Es gibt Besonderheiten bei der Montage von Entlüftungshähnen, wenn diese in den Körper vorhandener Radiatorstopfen eingeschraubt werden. Die Radiatorstopfen werden normalerweise mit Linksgewinde eingedreht.
Der Hahn wird nach rechts geschraubt, daher muss der Installateur den Stopfen mit einem Schlüssel festhalten und gleichzeitig den Entlüfter mit einem zweiten einschrauben. Dies sind jedoch technische Kleinigkeiten, die auch unerfahrenen Laien nicht schaden.

Auch die Schaltung der Installation von Entlüftungseinrichtungen hat einige Besonderheiten. Wenn das Heizkörpersystem nach einer vertikalen Anordnung der Geräte aufgebaut ist, werden die Entlüftungshähne in der Regel an den Heizkörpern der obersten Ebene angebracht.
Bei einer Parallelschaltung hingegen werden die Maejewski-Hähne auch bei vertikaler Struktur an den Heizgeräten der unteren und oberen Ebene installiert. Im Allgemeinen wird in der Sanitärpraxis die Installation von Fall zu Fall unter Berücksichtigung der möglichen Luftansammlung im System vorgenommen.

Wenn die Montage der Heizungsanlage nach einem horizontalen Schema erfolgt, wird hier in der Regel jedes Heizgerät mit Entlüftern ausgestattet. Im Großen und Ganzen ist es wünschenswert, nahezu jedes Gerät der Heizungsanlage mit Entlüftungsventilen auszustatten.
Tatsächlich auszustatten sind:
- alle im System befindlichen Heizbatterien;
- Kompensatoren, Bypässe und ähnliche Geräte;
- Register und Rohrschlangen;
- die Rohrleitungen der oberen Ebene der Heizungsanlage.
Einige schaltungstechnische Lösungen sehen sogar die Platzierung eines Majewski-Hahns an Handtuchheizkörpern vor. Übrigens sind im Handel Modelle von Handtuchheizkörpern erhältlich, deren Konstruktionen eine Einführungsstelle für den Majewski-Hahn aufweisen.
Praktische Tipps
Bevor Sie eine Entscheidung über den Kauf von Entlüftungsgeräten treffen, wird empfohlen, die Anordnungsskizze der Geräte im Heizkreis sorgfältig zu studieren.

Je nach dem Grad der Zugänglichkeit zu den Geräten sollten Majewski-Hähne in geeigneter Ausführung installiert werden.
Dort, wo die Arbeit mit einem Schraubendreher schwierig ist, eignen sich Modelle für den Schlüssel besser; wo die Arbeit mit Schlüsseln schwierig ist, ist es sinnvoll, automatische Geräte zu installieren. Eine sorgfältige Analyse kann die Wartung der Geräte effizienter gestalten und beim Kauf Kosten sparen.

Manuelle Geräte haben eine maximal vereinfachte Konstruktion, beispielsweise im Vergleich zu automatischen Entlüftungsventilen. Aber wie die Praxis zeigt, ist Einfachheit der Schlüssel zur Zuverlässigkeit.
Wenn in der Heizungsanlage Gusseisenradiatoren verwendet werden, erscheinen für ein solches System eher Handventile als automatische Entlüfter zuverlässiger. Dabei hängt der Zuverlässigkeitsgrad der Konstruktion maßgeblich von der Qualität des Metalls (Messing) ab, aus dem der Entlüfter gefertigt ist.

Erwähnenswert ist auch die Erfahrung mit der Integration von Majewski-Ventilen in Heizungssysteme, die auf Kunststoffrohren basieren. Dieses Material hält stabilem Druck und Temperatur durchaus stand, ist jedoch anfällig für Druckschläge.
Die Installation eines Majewski-Ventils zusammen mit einem Sicherheitsventil oder einer vollwertigen Sicherheitsgruppe erhöht die Zuverlässigkeit des Systems in solchen Fällen. Generell wird empfohlen, in Systemen, in denen die Druckstabilität fraglich ist, Ventile als Stabilisatoren einzusetzen.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
In dem Video wird das Funktionsprinzip des Majewski-Ventils demonstriert und es werden Empfehlungen für dessen Installation gegeben:
Einfach konstruiert und wartungsfreundlich, sind Entlüfter auch ein unverzichtbarer technischer Bestandteil jeder Heizungsanlage. Das absichtliche Ausschließen der Geräte aus dem System kann schwerwiegende Folgen haben, bis hin zum Einfrieren der Heizkörper und Rohre im Winter. Majewski-Ventile kann man nicht ignorieren, man muss sie einfach auf das jeweilige System abstimmen.
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Ich wohne im fünften Stock, daher muss ich fast täglich die Luft ablassen, die sich im System bildet. Bei mir ist ein Majewski-Ventil alter Bauart installiert, das heißt, ich lasse die Luft mit einem Schlitzschraubendreher ab. Das ist nicht sehr bequem. Nach der Information wird empfohlen, automatische Ventile an gusseisernen Heizkörpern nicht zu installieren, schade, oder man müsste die gesamte Heizungsanlage austauschen.
Ich hatte nicht einmal einen Hahn, sondern eine Schraube, die in den Heizkörper geschraubt war und mit einem abnehmbaren Metallstück abgeschraubt werden sollte. Dann hat sie sich an der Leitung festgesetzt, und ich musste sie austauschen. Der Klempner sagte mir, welche ich kaufen sollte, im Grunde ist das Prinzip dasselbe, nur dass es ein Ventil gibt, das man von Hand dreht, nicht mit einem Metallstück. Wenn ich gewusst hätte, dass es automatische Varianten gibt, hätte ich lieber diese gekauft.
An einem gusseisernen Heizkörper sind nur zwei Glieder warm, Vorlauf und Rücklauf, der Rest ist kalt. Weder Wasser noch Luft wird abgelassen. Liegt das Problem am Majewski-Ventil oder am Heizkörper selbst?