Kann die Lüftung auf den Dachboden in einem Privathaus geführt werden? Die besten Optionen für die Einrichtung
Die Lüftungsanlage eines Privathauses muss für frische Luft in allen Räumen sorgen und deren Erneuerung fördern. Das System der Luftkanäle und Lufteinlassöffnungen wird als Zuluftsystem bezeichnet. Die Kanäle und Öffnungen für die Abluft sind die Abluftkanäle. Anscheinend ist alles einfach.
Aber in der Praxis ist die Frage nach der effektivsten Lüftungsanlage eine der umstrittensten. Einer der umstrittensten Punkte: Kann die Lüftung auf den Dachboden geführt werden? Oder ist es besser, die verbrauchte und verschmutzte Luft direkt zu entsorgen, d.h. durch die Wand?
In dem von uns vorgestellten Artikel werden alle Aspekte des Baus einer Lüftungsanlage für ein Landhaus behandelt. Wir stellen die normativen Anforderungen und Nuancen der Organisation vor. Unsere Empfehlungen helfen Ihnen, die praktischste Variante zu wählen.
Inhalt des Artikels:
- SNiP-Anforderungen für Lüftungssysteme
- Folgen einer falschen Lüftungsführung
- Natürliche Lüftung mit Ausführung auf den Dachboden
- Kombinierte Lüftungsführung auf den Dachboden
- Einbeziehung des Dachgeschosses in das Lüftungssystem
- Zu- und Abluftsystem mit Wärmerückgewinnung
- Kondenswasser auf dem Dachboden ist nicht schlimm
- Fazit und nützliche Videos zum Thema
SNiP-Anforderungen für Lüftungssysteme
Die SNiP-Anforderungen mögen als überzogen erscheinen, aber sie müssen trotzdem erfüllt werden. Sie legen nicht nur den minimal erforderlichen Luftwechsel für jeden Raum fest, sondern regulieren auch die Eigenschaften jedes Elements des Systems – Luftkanäle, Verbindungselemente, Ventile.
Der erforderliche Luftwechsel beträgt:
- für den Keller – 5 Kubikmeter pro Stunde;
- für Wohnräume – 40 Kubikmeter pro Stunde;
- für das Badezimmer – 60 Kubikmeter pro Stunde (plus separater Luftkanal);
- für die Küche mit Elektroherd – 60 Kubikmeter pro Stunde (plus separater Luftkanal);
- für die Küche mit Gasherd – 80 Kubikmeter pro Stunde bei einem brennenden Brenner (plus separater Luftkanal).
Es ist sinnvoll, das Badezimmer und die Küche mit einer Zwangsbelüftungsanlage auszustatten, auch wenn für den Rest des Hauses eine natürliche Belüftung ausreicht. Die Absaugung der Luft aus dem Keller, um eine Ansammlung von Kohlendioxid, das schwerer als Luft ist, zu vermeiden, wird ebenfalls oft durch einen separaten Luftkanal gewährleistet.

Hausbesitzer, die nicht bereit sind, das Dach in ein Dickicht aus Luftkanälen zu verwandeln, fragen sich oft, wie die Lüftungsleitungen auf dem Dachboden am besten verlegt werden können. Schließlich wünscht man sich, dass die Konstruktion nicht zu sperrig ist.
Aber kann die Abluft durch die Dachkonstruktion und ihren Tragrahmen – das Sparrensystem – abgeführt werden? Und wenn diese Lösung zulässig ist, wie setzt man sie am besten um? Welche Ausrüstung wird für die Einrichtung benötigt?
Folgen einer falschen Lüftungsführung
Wenn im Entwurf keine beheizte, isolierte Mansarde vorgesehen war, ist der Dachboden in der Regel ein unbeheizter Raum. Die Temperatur auf dem Dachboden ist niedriger als im Haus. Wenn warme, feuchtigkeitsgesättigte Luft aus dem Luftkanal, die durch Atmung, Elektrogeräte und Heizsysteme entsteht, in einen kälteren Raum gelangt, kondensiert die Feuchtigkeit.
Im Sommer kann dies zur Schimmelbildung und sogar zur Fäulnis der Decken führen. Im Winter gefriert die Feuchtigkeit und wird zu Reif und Eis. Auch diese Schnee- und Eisablagerungen sind nicht gut. Im Winter begünstigen sie die Entstehung von Mikrorissen. Im Sommer können sie schmelzen und den Dachboden überfluten.

Es gibt einen Ausweg: Für die Führung der Lüftung auf den Dachboden in einem Privathaus müssen einige wichtige Bedingungen erfüllt werden, nämlich:
- Vorhandensein eines Lüftungsauslasses vom Dachboden ins Freie;
- Einrichtung einer Dachgeschosswohnung im Dachbodenbereich mit einem eigenen Lüftungssystem;
- die Installation einer mechanischen Lüftungsanlage im Haus – einer Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung, die auf dem Dachboden installiert ist.
Je nachdem, ob die Lüftungsanlage mechanisch, natürlich oder kombiniert ist, unterscheiden sich auch die Methoden der Führung auf den Dachboden.
Natürliche Lüftung mit Ausführung auf den Dachboden
Die Schwerkraftlüftung, auch natürliche Lüftung genannt, gewährleistet die Luftzirkulation nach dem aus der Schule bekannten Prinzip: Warme Luft ist leichter als kalte. Warme Luft steigt durch die möglichst hoch angebrachten Abluftkanäle auf. Kühlere Luft strömt über die Zuluftkanäle ins Haus.

Wenn auf dem Dachboden und im Dachaufbau eine effiziente Unterdachbelüftung fachgerecht installiert ist, können die Abluftsysteme vollständig oder teilweise zusammengelegt werden.
Die Zirkulation und Abführung der verunreinigten Luftmasse innerhalb des Dachbodens wird durch folgende Maßnahmen gewährleistet:
- Lüftungssteigleitungen;
- Aeratoren (Luftkanal mit Ausgang ins Freie, der zwangsweise eine ständige Luftzirkulation auf dem Dachboden gewährleistet);
- fachgerechter Aufbau der Dachkonstruktion (die einfachste Variante ist die Belüftung mittels zwei Spalten unter der Dachhaut und über den Sparren);
- Dachventile, die direkt in die Dachsystem eingebaut werden.
Wenn auf einem unbeheizten Dachboden eine natürliche Belüftung eingerichtet ist, ist es sinnvoll, alle Lüftungsrohre auf dem Dachboden zusammenzuführen und über einen gemeinsamen Lüftungsschacht abzuführen.

Bei ausreichender Belüftung des Dachbodens sammelt sich dort kein Kondenswasser an. Leider gewährleisten Dachventile oder Dachbodenöffnungen nicht immer eine vollständige Belüftung.

Dachgauben und Lüftungsfenster, die geöffnet und geschlossen werden können, sollten eine größere Luftzirkulation gewährleisten als andere Methoden der natürlichen Dachbodenbelüftung, wie zum Beispiel in den Giebeln gebohrte Zu- und Abluftöffnungen.
Kombinierte Lüftungsführung auf den Dachboden
Eine gute Lösung für ein einfaches Belüftungssystem ist:
- ein separater Abzug der Abluftrohre der Küche und des Badezimmers mit Zwangsentlüftung auf den Dachboden;
- separate Ableitung der Abluftrohre aus den übrigen Wohnräumen auf den Dachboden mit anschließendem Anschluss an die Lüftungssteigleitung (oder ohne Anschluss).
Dies ist die einfachste und effektivste Methode, um die Belüftung des Hauses ohne Zu- und Abluftsystem mit Wärmerückgewinnung sicherzustellen.

Die Ventilatoren kombinierter Lüftungssysteme arbeiten entweder als Abluft oder als Zuluft. Im ersten Fall strömt die Frischluft selbst ein, um den freigewordenen Raum zu füllen. Im zweiten Fall – verdrängt die von außen eingeblasene Luft die verbrauchte Luft aus dem Raum.
Einbeziehung des Dachgeschosses in das Lüftungssystem
Ein ausgebauter Dachboden anstelle eines Dachspeichers ist im Grunde ein weiterer Raum. Das ist gut für die Optimierung des Wohnraums, erschwert jedoch die Installation einer Lüftungsanlage auf herkömmliche Weise etwas.
Zwischen dem ausgebauten Dachboden und dem Dach muss ein belüfteter Dachraum vorhanden sein. Der Frischluft muss die Möglichkeit gegeben werden, frei in der Dachkonstruktion und im Dachboden oder im ausgebauten Dachboden zu zirkulieren.

Beim Aufbau des Dachaufbaus werden unbedingt Lüftungsöffnungen – längliche Belüftungsöffnungen – angelegt. Sie beginnen an der Trauflinie und enden an der Firstlinie. Sie werden durch die Montage von Lattung und Konterlattung auf den Sparrenfüßen sichergestellt.
Im Bereich der Traufe gelangt Außenluft in diese Lüftungskanäle. Im Firstbereich tritt der Luftstrom aus und nimmt dabei Kondensat und Haushaltsdünste mit, die aus den Wohnräumen in den Dachboden gelangt sind.
Das Lüftungssystem des restlichen Hauses wird ebenfalls in den Dachboden geführt. Abluftkanäle und Steigleitungen aus dem Haus und aus dem ausgebauten Dachboden können zusammengefasst und an den Belüfter angeschlossen werden. Allerdings muss man sicherstellen, dass die Luftzirkulation ausreichend ist.
Zu- und Abluftsystem mit Wärmerückgewinnung
Dies ist die einfachste, nicht billigste Methode, die Lüftung auf den Dachboden zu führen. Man muss ein Wärmerückgewinnungsgerät kaufen – ein Gerät, das die Luftbewegung mit gleichzeitiger Zumischung einer frischen Luftportion und Erwärmung auf eine angenehme Temperatur gewährleistet.
Das gesamte Kreislaufsystem wird auf das Wärmerückgewinnungsgerät geschlossen, sein Funktionsprinzip ist recht einfach. Wärme von Heizgeräten, Heizungsanlagen geht oft verloren. Warum sollte man sie nicht nutzen, um die kalte Luft teilweise zu erwärmen?
Die vom Wärmerückgewinnungsgerät von außen angesaugte kühle Luft wird nicht nur durch Mischen mit der bereits erwärmten Luftmasse aufbereitet, sondern auch von in der Luft schwebenden schädlichen und unangenehmen Verunreinigungen gereinigt. Darüber hinaus ist das Wärmerückgewinnungsgerät mit Heizregistern ausgestattet, die die Luftströme erwärmen.

Eine zwingende Voraussetzung für den Betrieb des Systems mit integriertem Wärmerückgewinnungsgerät ist die erzwungene Belüftung. Die Luft wird durch zwei ständig laufende Ventilatoren in den Raum eingebracht und aus ihm abgeführt. Andernfalls funktioniert das Wärmerückgewinnungsgerät einfach nicht, da das Gerät einen zu großen aerodynamischen Widerstand bietet.
Entlang der gesamten Länge der Luftkanäle werden Klappen und Drosselklappen installiert, um die Luftströme richtig zu verteilen. Am Ein- und Austritt des Wärmerückgewinnungsgeräts müssen zusätzliche Gitter angebracht werden, die das Eindringen von Staub und Fett in das Gerät verhindern. Der Auslass ins Freie wird mit zusätzlichen Gittern gegen Vögel und Insekten verschlossen.

Moderne Wärmerückgewinnungsgeräte können über Tasten auf dem Bedienfeld programmiert werden. Solche Geräte sind zwar teurer, aber ihre einfache Handhabung macht sie attraktiv.
Und was ist mit dem Kondenswasser, dem Hauptproblem auf dem Dachboden? Das Kondenswasser sammelt sich nicht im Wärmerückgewinnungsgerät, setzt sich nicht an den Wänden und Balken des Dachbodens ab, sondern fließt ruhig in die unter dem Gerät befindliche Auffangwanne.
Im Winter kann dies auf einem unbeheizten Dachboden problematisch werden, da die Leistung des Wärmerückgewinnungsgeräts bei starkem Frost möglicherweise nicht ausreicht. In einem solchen Fall können Sie neben dem Gehäuse des Wärmerückgewinnungsgeräts ein weiteres Heizgerät installieren.
Kondenswasser auf dem Dachboden ist nicht schlimm
Der Hauptfeind von Lüftungssystemen auf dem Dachboden ist Kondenswasser. Die günstigste Methode, damit umzugehen, ist die Ableitung des natürlichen Lüftungssystems auf einen gut belüfteten kalten Dachboden mit vollständiger oder teilweiser Schließung des Systems an eine Fallrohrleitung oder eine andere Abluftvorrichtung.
Falls anstelle eines Dachbodens ein ausgebautes Dachgeschoss (Mansarde) im Haus vorhanden ist, sollte nicht vergessen werden, die Mansarde in das Lüftungssystem zu integrieren oder ein separates Lüftungssystem für die Mansarde und das restliche Haus zu schaffen.
Eine Zwangslüftungsanlage mit einem auf dem Dachboden installierten Wärmerückgewinnungsgerät ist die einfachste, aber auch die teuerste Methode, die Lüftung auf den Dachboden zu führen.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Die Lüftung gedankenlos auf den Dachboden zu führen, ist keine gute Idee:
Leitfaden für die Installation von Lüftungskomponenten in einem Sattel- oder Giebeldach:
Besonderheiten der Planung und Funktionsweise der natürlichen Lüftung in einem Mansarddach:
Eine fachgerecht organisierte Lüftung im ausgebauten Dachgeschoss und im unbeheizten Dachbodenraum gewährleistet ein normgerechtes Raumklima im Wohnbereich und verlängert die Lebensdauer der Konstruktionen.
Bei der Führung aller Lüftungskomponenten auf den Dachboden müssen jedoch die Bauvorschriften eingehalten werden. Gleichzeitig mit der Abluft muss auch Kondenswasser vollständig abgeführt werden, unter dem sowohl Holz- als auch Metallelemente gleichermaßen leiden. Durch Feuchtigkeit verlieren sie ihre Tragfähigkeit.
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