Dämmung des Dachgeschosses von innen in Eigenregie: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Dämmung + Tipps zur Materialauswahl
Die Innendämmung des Dachbodens hat einen unbestreitbaren Vorteil – die Möglichkeit, Wärmedämmungsarbeiten unabhängig von der Jahreszeit durchzuführen. Allerdings hat dieser Ansatz einige wichtige Nuancen, deren Missachtung alle Mühen und finanziellen Investitionen zunichtemachen kann. Es ist einfacher, unerwünschte Folgen zu verhindern, als sie zu beseitigen, nicht wahr?
Wir erklären Ihnen, wie Sie richtig vorgehen, um Fehler zu vermeiden. In dem Artikel haben wir die Besonderheiten der Verwendung verschiedener Wärmedämmstoffe beschrieben, Tipps zur Auswahl des besten Dämmmaterials gegeben und erläutert, wie Sie Kondensatbildung im Dachkuchen vermeiden können.
Die ausführlich beschriebene Technologie der Dämmung des Mansardendachs hilft Ihnen, alle Arbeiten selbstständig durchzuführen, ohne auf die Hilfe von Fachleuten zurückgreifen zu müssen.
Inhalt des Artikels:
Auswahl der benötigten Materialien
Es gibt eine Vielzahl von Dämmstoffen. Allerdings sind nicht alle für den Einbau in einem bewohnbaren Dachboden empfohlen. Der Dachboden zeichnet sich durch eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit aus, da warme Luft aus den unteren Stockwerken des Hauses aufsteigt. Zudem sollten Sie auch die Umweltfreundlichkeit und Sicherheit des Materials nicht außer Acht lassen.
Wenn der Dachboden unbewohnt ist, wird der Dampf durch die natürliche Belüftung über Lüftungsöffnungen, Dachüberstände und Gauben schnell nach draußen abgeführt. Dadurch bildet sich innen kein Kondensat, und das Sparrensystem wird nicht durch überschüssige Feuchtigkeit beeinträchtigt.
Im Dachboden sieht die Situation anders aus. Bei seiner Dämmung muss eine Barriere gegen den Wärmeverlust nach außen geschaffen und der Luftaustausch mit der Außenwelt reduziert werden. Infolgedessen bleibt der gesamte Dampf in den Dachzimmern.
Wenn die Dämmung nicht zuverlässig vor Feuchtigkeit geschützt wird, hält sie nicht lange. Denn jedes Wärmedämmmaterial verliert nach dem Nasswerden teilweise oder vollständig seine Eigenschaften.

Bei der Auswahl der Dämmung müssen Sie folgende Eigenschaften bewerten:
- Wärmeleitfähigkeit;
- Dampfdurchlässigkeit;
- Raumgewicht;
- Brennbarkeit;
- Schalldämmung;
- ökologische Sicherheit.
Wenn Sie ein zu schweres Material wählen, werden die Sparren überlastet. Der Dachboden wird oft aus einem unbewohnten Dachgeschoss ausgebaut. Die Sparrenbalken sind in diesem Fall nicht für zusätzliche Lasten ausgelegt. Es ist nicht ratsam, hier das Schicksal herauszufordern.
Hinsichtlich der Wärmeleitfähigkeit ähneln sich die meisten auf dem Markt erhältlichen Dämmstoffe. Man muss nur ihre Dicke richtig wählen, um die erforderlichen Wärmedämmparameter zu erreichen.

Aus dem gesamten Sortiment an Wärmedämmmaterialien sind für die Innendämmung des Dachgeschosses am besten Mineralwolle (Basaltwolle) und extrudierter Polystyrolschaum geeignet. Wobei die erste Variante der zweiten vorzuziehen ist. Mineralwolle ist nicht brennbar und hat eine bessere Schalldämmung.
Glaswolle sollte man wegen ihrer Neigung zum Bröseln nicht nehmen. Kleine Glaspartikel sind für den Menschen sehr gefährlich. Auch herkömmlicher Polystyrolschaum (EPS) wird für das Dachgeschoss nicht empfohlen. Im Vergleich zu XPS ist er brennbarer und ökologisch schädlicher. Zudem muss man ihn in einer dickeren Schicht verlegen.
Das Problem des Taupunkts
Idealerweise sollte die Dachdämmung des Dachgeschosses von außen in der Phase des Dachaufbaus erfolgen. Jedoch wird dies oft umgekehrt von innen durchgeführt, wenn das Haus bereits gedeckt ist. Dabei treten gewisse Probleme auf.
Ein korrekter und idealer Dachaufbau besteht aus mehreren Schichten verschiedener Materialien, die dicht aneinander ohne Lücken auf den Sparren verlegt werden. Ein solcher Sandwichaufbau garantiert, dass der Taupunkt auf seiner Außenseite liegt. Folglich verdunstet der gesamte außen anfallende Kondensat schnell in die Atmosphäre.

Wenn die Dämmung von innen nach der Dachmontage erfolgt, kann der oben beschriebene ideale Dachaufbau nicht realisiert werden. Die Dämmung kann nicht so an die Dacheindeckung gepresst werden, dass keinerlei Hohlräume zwischen ihnen verbleiben.
Aber Dampf bewegt sich immer in Richtung der kalten Luft. Und dann wird jeder der entstandenen Hohlräume Kondensat und Feuchtigkeit ansammeln. Und das – ist der direkte Weg zur Beschädigung des Dämmmaterials und der Holzelemente des Sparrensystems.
Bei der Innendämmung des Dachgeschosses muss der Taupunkt in den Raum zwischen der verlegten Dacheindeckung und der Dämmung verschoben werden, wobei dort zusätzlich ein Spalt von 5–10 cm zur Belüftung gelassen wird. Nur diese Technik und ein solcher Aufbau verhindern eine Durchfeuchtung des Dämmmaterials.

Um die Menge an Wasserdampf in der Dämmung zu reduzieren, sollte deren Montage unter Verwendung einer Dampfsperrfolie erfolgen. Die Dampfsperre wird von innen an der Dachschräge auf dem Dämmmaterial angebracht.
Der Dampf sollte zuerst auf diese Folie treffen und größtenteils im Raum bleiben. Je weniger davon in die Dämmschicht gelangt, desto besser.
Technologie der Wärmedämmung des Mansardendachs
Um die Mansarde von innen richtig zu dämmen, muss ein fünfschichtiger Aufbau erstellt werden, beginnend von der Dacheindeckung nach innen:
- Belüfteter Luftspalt.
- Wind- und Feuchtigkeitssperre aus einer diffusionsoffenen Membran.
- Dämmung zwischen den Sparren.
- Dampfsperre.
- Innere Verkleidung der Mansardendecke.
Die Dampfsperre besteht aus Pergamin, Polyethylen- oder Polypropylenfolie. Die beste Variante sind spezielle Membranen, deren eine Seite rau und die andere glatt ist. Bei diesen Materialien ist das Risiko der Kondensatbildung auf ihnen nahezu auf null reduziert.

Für die Wind- und Feuchtigkeitssperre eignen sich Membranen:
- poröse;
- zweischichtige Folienmembranen;
- dreischichtige superdiffusionsoffene;
- perforierte.
Am längsten halten und am effektivsten sind superdiffusionsoffene Membranen. Allerdings sind sie auch teurer als die anderen Varianten.
Perforierte Gewebe und Folien sollten bei der Dämmung einer bewohnten Mansarde nur im äußersten Notfall verwendet werden. Sie sind eher für die Abdichtung von kalten Schrägdächern auf unbewohnten Dachböden ausgelegt.
Bei der Montage mit Dämmung in einem warmen Raum überziehen sich diese Materialien bei starkem Frost oft mit Reif, was ihre Dampfdurchlässigkeit zunichtemacht.
Schicht #1 – Belüftungsöffnungen unter dem Dach
Bevor Sie mit der Innendämmung der Mansarde beginnen, muss das Holz der Sparren zunächst mit Antiseptika und Flammschutzmitteln behandelt werden. Erst dann kann mit dem Aufbau des Wärmedämmverbundsystems begonnen werden.

Wenn Sie die Dämmung von unten an den Sparren anbringen, verringert sich der Innenraum der Mansarde. Die Dicke des Wärmedämmverbundes beträgt oft 30–40 cm. Wenn Sie diese Zentimeter von oben und von den Seiten abziehen, kann der Raum zu niedrig und zu klein sein.
Dabei vermeidet die Montagevariante mit einer Unterlattung unter den Sparren und der Verlegung der Dämmung darauf die Entstehung von Wärmebrücken. Wenn Mineralwolle oder EPPS zwischen die Balken eingefügt werden, entziehen diese selbst sowie die sich mit der Zeit in der Wärmedämmschicht bildenden Lücken neben ihnen der Mansarde Wärme.
Damit die Belüftung im Unterdachraum den Anforderungen der SNiP entspricht, sollten am First Deflektoren oder andere Luftaustrittsöffnungen vorgesehen werden.
Der Dampf muss zusammen mit den Luftströmen zum höchsten Punkt des Daches aufsteigen und von dort vollständig nach außen abgeführt werden. Dies sollte ungehindert und so schnell wie möglich geschehen.
Vor dem Aufbringen der Membran auf die Sparren muss zunächst die Dicke der Dämmung korrekt berechnet werden. Falls die Wärmedämmschicht größer als die Sparrenbalken ist, müssen diese mit Holzlatten aufgedoppelt werden. Das Hauptdämmmaterial muss innerhalb dieses Rahmens liegen und nicht daraus hervorstehen.
Schicht #2 – dampfdurchlässige Membran
Im oberen Teil des aufzubauenden Dachaufbaus sollte ein Material mit hoher Dampfdurchlässigkeit von der Dämmung nach außen und hoher Abdichtung in die entgegengesetzte Richtung vorhanden sein. Die Aufgabe dieser Membran ist es, den Dampfaustritt aus der Wärmedämmung nicht zu behindern, gleichzeitig aber Wasser und Feuchtigkeit, die von einem undichten Dach tropfen könnten, fernzuhalten.

Das beste Material für diese dampfdurchlässige Schicht, die auch Wind- und Feuchtigkeitsschutzfunktionen übernimmt, sind superdiffusionsfähige Membranen. Sie setzen sich nicht mit Staub und Eis zu, das bei starkem Frost aus Kondensat entsteht.
Die Verlegung solcher Membranen erfolgt in horizontalen Bahnen mit einer Überlappung von 10–15 cm der oberen Reihe über die untere auf der Außenseite. Das Ergebnis sollte eine durchgehende Bahn sein, auf der von außen durch das Dach fallende Wassertropfen nach unten ablaufen, ohne in die Dämmung einzudringen.
Die Stöße der Membranbahnen werden von innen im Dachgeschoss mit Montageband verklebt. Dieses sollte von der gleichen Marke sein wie die dampfdurchlässige Folie.
Die Klebstoffzusammensetzung und das Membranmaterial eines Herstellers sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich nicht gegenseitig schädigen und über Jahre hinweg zuverlässig haften. Werden Produkte verschiedener Marken verwendet, kann es zu Problemen kommen.
Schicht #3 – Hauptdämmung
Die Dicke der Dämmung wird gemäß SNiP 23-02-2003 gewählt. Dazu werden entsprechende Berechnungen durchgeführt, die die klimatischen Bedingungen, die Besonderheiten der Dachkonstruktion und -ausführung sowie die Eigenschaften des Wärmedämmmaterials und der Innenverkleidung des Dachgeschosses berücksichtigen.

Die Hersteller von Wärmedämmungen geben in den Anleitungen zu ihrem verkauften Material und auf ihren offiziellen Websites detaillierte Empfehlungen zur Bestimmung dieser Dicke. Sie sollten sich am besten an diesen Angaben orientieren.
Die Montage der Dämmung erfolgt von innen des Dachgeschosses über der verlegten diffusionsoffenen Membran. Wenn Sie sich für Mineralwolle entscheiden, müssen Sie diese in Stücke schneiden, die 2–3 cm breiter sind als die Zwischenräume zwischen den Sparren oder den Latten der Lattung. Die Mineralwolle sollte mit leichtem Druck dazwischen eingefügt werden und sich dort durch Spreizung halten.

XPS muss oberhalb der Sparren verlegt werden, nicht dazwischen. Die Platten dieser Dämmung werden stumpf aneinander gestoßen. Wenn Sie sie wie die Mineralwolle in die Sparren legen, entstehen im Wärmedämmungsschicht durchgehende Lücken.
Einige Heimwerker füllen solche Lücken mit Bauschaum aus der Dose. Das sollten Sie jedoch nicht tun. Dies könnte die Membran aufgrund einer chemischen Reaktion der Komponenten des Sprühschaums mit dem Material der diffusionsoffenen Folie beschädigen.
Es ist besser, dem Dachgeschoss 10–25 cm von oben und von den Seiten für die Lattung mit XPS zu nehmen, als eine Schutzschicht mit durchgehenden Löchern zu erhalten.
Schicht #4 – Dampfsperrfolie
Über der Dämmung auf der Innenseite des Dachgeschosses muss eine Dampfsperre aus Pergamin oder Polypropylen- oder Polyethylenfolie verlegt werden. Die Aufgabe dieser Schicht ist es, Wasserdampf aus dem Raum nicht in die Dämmung gelangen zu lassen. Sie wird genauso verlegt wie die erste diffusionsoffene Abdeckung.

Neben der normalen Folie können Sie auch eine folienbeschichtete nehmen. Die zusätzliche Folie reflektiert einen Großteil der Wärmeenergie zurück in das Dachgeschoss und senkt die Heizkosten. Dabei wird diese Folie mit der Aluminiumseite nach innen montiert.
Die Befestigung der Dampfsperre erfolgt mit Klammern eines Tackers oder mit Nägeln mit breitem Kopf. An den Stellen, an denen die Folie an Kabel, Rohre und Konstruktionselemente der Dachfenster angrenzt, sollten Sie sie zusätzlich mit einem speziellen einseitigen Klebeband mit wärmereflektierender Beschichtung verstärken.
Schicht #5 – Deckenverkleidung
Zum Abschluss der Dachgeschossdämmung wird die Lattung für die Verkleidung angebracht. Sie besteht aus Latten mit einer Dicke von 15–25 mm, damit über der Dampfsperre ein kleiner Lüftungsspalt bleibt.

Die Latten der Kiste dienen einerseits zur Befestigung des Verkleidungsmaterials, andererseits fixieren sie zusätzlich die Dampfsperrmembran und drücken sie an die Dämmung.
Die Verkleidung selbst kann gestrichen oder geweißt werden. Es gibt viele Optionen für ihre Veredelung. Man kann auch ganz auf Gipskarton und Spanplatten verzichten und direkt auf die Lattung die Schalung nageln.
Eine Beschreibung verschiedener Methoden zur Wärmedämmung des Dachgeschosses finden Sie in diesem Artikel.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Überblick über die Technologie der Dachdämmung:
Kondenswasser aufgrund falscher Dampfsperre und wie man es beseitigt:
Bei der eigenständigen Dämmung des Dachgeschosses von innen, wenn das Dach bereits gedeckt ist, ist es wichtig, die richtige Dicke des Dämmmaterials zu wählen. Noch wichtiger ist es, eine korrekte Montage ohne Risse in der Dampfsperre und Windfeuchtigkeitssperre durchzuführen.
Wenn die Schutzfolien auf beiden Seiten der Dämmung Löcher aufweisen, wird sie nass und schützt das Haus nicht mehr vor Kälte.
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