Montage eines Verteilerkastens selbst durchführen: grundlegende Schritte der Elektroinstallationsarbeiten
Der seit langem gewohnte elektrische Strom ist eine Art Grundlage des Wohnkomforts und des häuslichen Alltags. Es ist schwer, sich ein modernes Haus ohne elektrische Ausstattung vorzustellen.
Aber alle Schwierigkeiten der Elektrik zeigen sich erst, wenn die Hausbesitzer direkt damit konfrontiert werden. Zum Beispiel scheint der Zusammenbau eines Elektroverteilers auf den ersten Blick einfach, in der Praxis erweist er sich jedoch als recht komplexer Prozess.
Umso mehr verdoppelt sich die Komplexität für Hobby-Elektriker, die mit den Feinheiten der Elektroinstallation und der Elektrizität im Allgemeinen nicht vertraut sind. Daher betrachten wir das Thema des Zusammenbaus eines Elektroverteilers als eine Stufe der Praxis für Anfänger.
Inhalt des Artikels:
Definition des Begriffs „Elektroverteiler“
Bevor der Prozess der Installation des Elektroverteilers selbst sowie der Zusammenbau betrachtet werden, ist es richtig, das System selbst zu verstehen. In der Praxis werden verschiedene Bezeichnungen für den Verteiler verwendet, aber das Wesen der Konstruktion ändert sich durch unterschiedliche Namen nicht.
Der Zweck ist in diesem Fall offensichtlich – das zentralisierte elektrische Potenzial zu empfangen und auf die einzelnen Bereiche des Geländes, insbesondere der Wohnung oder des Wohnhauses, zu verteilen.

Neben der Verteilungsfunktion bietet die Installation des Schaltschranks die Schutzfunktion für Segmente des Netzabschnitts durch den Einbau von Sicherungsautomaten und anderen Schutzgeräten im Kasten des Schaltschranks.
Das Konstruktionsschema kann auch die Implementierung von Überwachungsfunktionen vorsehen – den Einbau von Geräten, die Folgendes ausführen:
- Überwachung der Stromfrequenz;
- Kontrolle des Spannungsniveaus;
- Überprüfung des Vorhandenseins der Phase usw.
In der Regel wird die Funktionalität des elektrischen Schaltschranks durch die Komplexität des Stromnetzes sowie durch die technische (Haushalts-) Ausrüstung bestimmt, die Teil des betriebenen Bereichs ist.

Trotz der relativ geringen Abmessungen der Konstruktion, was ein typisches Merkmal von Haushaltsnetzen ist, ist die Montage des häuslichen Verteilerkastens ein wichtiger Prozess, dem besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.
Hier sind Verbindungen von geringer Qualität, die Verwendung nicht vorher berechneter Schaltpläne sowie der Verzicht auf zuverlässige Erdungselemente nicht zulässig.
Berechnungen und Erstellung des Schaltplans
Um zu verstehen, wie man einen Haushaltsschaltschrank zusammenbaut, muss man zunächst einen Schaltplan einer solchen Konstruktion erstellen. Wiederum gehen der Erstellung des Schaltplans Berechnungen voraus, mit deren Hilfe die elektrische Ausrüstung ausgewählt wird.

Die elektrischen Teile, die den Inhalt des Schaltschranks ausmachen, sind in der Regel durch folgende Bauteile vertreten:
- Leistungsschalter;
- Sicherungsblöcke;
- Kontaktschienen;
- Paketschalter;
- Zubehör, z. B. Klammern, Klemmen, Durchführungen usw.
Trotz der relativ geringen Anforderungen an die Haushaltselektroinstallation im Vergleich zur industriellen Variante bleibt das Prinzip der Energieverteilung unverändert. Das heißt, jede Verbrauchergruppe wird als separates Segment des Gesamtnetzes aufgebaut.

Ein Haus oder eine Wohnung in moderner Ausstattung enthält traditionell Geräte mit relativ hoher Leistung. Zum Beispiel ein Elektroherd, eine Mikrowelle, eine Waschmaschine.
Geräte dieser Klasse werden als separate Gruppe angeschlossen, wenn die Installation innerhalb des Verteilerkastens durchgeführt wird. Dementsprechend erfordert diese Gruppe eine individuelle Schalt- und Verriegelungseinheit.
Für eine solche Gruppe wird eine Gesamtberechnung der Leistungsaufnahme unter Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors durchgeführt. Mit anderen Worten: Die aus dem Datenblatt entnommenen Leistungsdaten der elektrischen Maschinen werden summiert.
Zu dieser Summe wird ein Sicherheitszuschlag von etwa 30 % hinzugefügt. Als Ergebnis erhält man einen Leistungswert, nach dem die elektrischen Geräte für die Montage der Gruppenbaugruppe ausgewählt werden – der Leistungsschalter, der Trennschalter, die Sicherungsklemme.

Auf ähnliche Weise wird jede andere Gruppe eines separaten Netzsegments erstellt, zum Beispiel separat für Steckdosen, für Beleuchtung, für das Fußbodenheizungssystem usw.
Für Standardwohnungen ist die Erstellung vieler Gruppen nicht relevant. Hier beschränkt man sich in der Regel auf zwei, maximal drei Gruppen. Bei ländlichen Immobilien sind Mehrgruppenschaltungen jedoch durchaus üblich.
Schritt-für-Schritt-Montageprozess
Die Montagearbeiten und der Zusammenbau der Schalttafel können selbst durchgeführt werden. Dafür sind jedoch Kenntnisse und elektroinstallationshandwerkliche Fähigkeiten erforderlich.
Darüber hinaus darf der Anschluss des Verteilerschranks an die Stromleitungen nur von einem professionellen Elektriker durchgeführt werden, der über die entsprechende Berechtigung für diese Arbeiten verfügt. Ein eigenmächtiger Anschluss ist gesundheits- und lebensgefährlich und birgt große Probleme, darunter Bußgelder.
Die Vorbereitung des Kastens, der Kauf der erforderlichen Schutzschalter und anderer Komponenten können jedoch selbst erledigt werden. Wie man das richtig macht, schauen wir uns genauer an.
Etappe #1 – Vorbereitung zur Installation des Schaltschranks
Die Installation 'von Grund auf' setzt in der Regel eine bereits von den Bauarbeitern vorbereitete Nische in der Wand und alle in den Bereich dieser Nische geführten elektrischen Kabel und Leitungen voraus, die zum Wohnungs-(Haus-)Schema gehören.
Eine solche ‚Landschaft‘ sieht in der Regel wie eine in die Wand geschnittene rechteckige Nische aus, in die zunächst ein Schrank mit den entsprechenden (passenden) Abmessungen eingesetzt werden muss.

Wenn kein vorbereiteter Platz vorhanden ist, muss die Nische selbst erstellt werden oder eine Wandmontagevariante gewählt werden.
Im zweiten Fall wird die Position der Montage unter Berücksichtigung der Außenmaße des Verteilerschranks markiert. Im Prinzip handelt es sich hierbei um Standardbauarbeiten, die keine besonderen Schwierigkeiten darstellen.
Die Schränke für den Verteilerschrank werden aus robusten und festen, aber relativ leichten Materialien gefertigt.
In der Regel wird für die Herstellung des Kastens verwendet:
- dünnwandiges (1-1,5 mm) Blech;
- metallische Verbindungswinkel;
- Schrauben und Muttern.
In den meisten Fällen wird ein fertiger Kasten erworben, da die Auswahl im Handel riesig ist, einschließlich Kunststoffprodukten. Die klassische Bauform ist ein Rechteck oder Quadrat.

Veraltete Schrankkonstruktionen sahen den Einbau einer Rückwand aus dielektrischen Materialien (Ebonit, Textolit usw.) vor, an der die elektrischen Geräte befestigt wurden. Im Prinzip ist ein solches Schema für den Hausgebrauch auch unter modernen Bedingungen zulässig.
Etappe #2 – Innenausstattung des Elektroschranks
Die moderne Architektur ist etwas anders. Der Schrank ist vollständig aus Metall gefertigt, und innen, an der Rückwand, werden ebenfalls metallische Traversen (DIN-Schienen) angebracht.
Auf diese Traversen wird die gesamte technische Ausrüstung montiert:
- Sicherungsautomat;
- FI-Schutzschalter;
- Schalter;
- sonstige Installationsgeräte.
Nach modernen Normen ist jedes der oben genannten Elemente für die Montage auf einer DIN-Schiene konstruiert. Es ist auch sinnvoll, alle auf der Schiene montierten Geräte zu beschriften und zusätzlich einen Schaltplan mit der Bezeichnung aller Stromverbraucher in der Wohnung/im Haus zu erstellen.
Natürlich kann man von diesen Regeln abweichen, da die Montage auf Traversen lediglich die Bequemlichkeit der Installation/Demontage der Geräte gewährleistet. In diesem Fall sollte man jedoch Optionen für eine sichere Befestigung in Betracht ziehen.

Neben den DIN-Schienen werden im Inneren, in der Regel im unteren Teil, ein oder zwei isolierte Platten mit Schraubklemmen montiert – Sammelschienen für Null- und Schutzleiter. Zusätzliche Sammelschienen können für Kontaktgruppen von Niederspannungsgeräten verwendet werden – Relais, Modems usw.
Der Kasten des elektrischen Schranks sollte so geräumig wie möglich gestaltet werden, soweit es die Abmessungen der in die Wand geschnittenen Nische zulassen. Die Geräte im Inneren sollten rational angeordnet werden, damit sie bequem gewartet und bei Bedarf ausgetauscht werden können.
Das heißt, dem Zusammenbau des Kastens muss wiederum eine Berechnung des benötigten Platzes für die Montage der Komponenten vorausgehen. Jeder elektrische Schrank muss mit einer Tür und einem Schloss ausgestattet sein.
Etappe #3 – Einführen der Leiter
Die zugeführte Stromleitung sowie die direkt aus der Wohnung (dem Haus) geführten Leiter und Kabel müssen in den montierten Schrank eingeführt werden. Dementsprechend ist eine ausreichende Anzahl von Öffnungen an der Ober- und Unterseite des Kastens erforderlich.
Die Durchmesser der Öffnungen müssen das freie Durchziehen der Kabel (Leitungen) ermöglichen. Dabei ist jede Öffnung mit einem schützenden Isolierring (Gummi, Kunststoff) auszustatten.

Am Ein- und Ausgang des Kabels werden in der Regel Klemmbügel angebracht, mit denen der Leiter bei der Innenmontage sicher an der Schrankwand und/oder bei der Außenmontage an der Trägerplatte (Blech) befestigt wird, auf der der Schrank montiert ist.
An der Seiten- oder Unterwand des Gehäuses wird auch eine Schnittstelle für die Erdungsschiene angebracht. Es wird eine Bohrung für eine Schraubverbindung gesetzt oder eine vorhandene genutzt, falls eine solche am Gehäuse des Kastens vorgesehen ist. An diese Verbindung wird während der Montage die Erdungsschiene angeschlossen.
Etappe #4 – Befestigung des Verteilers an der Wand
Alle oben beschriebenen Tätigkeiten lassen sich bequemer außerhalb des Hauptmontagebereichs durchführen. Nämlich:
- Zusammenbau und Vorbereitung des Schrankes;
- Montage der Traversenschienen (DIN-Schienen);
- Anordnung und Befestigung der Nullschienen;
- Vorbereitung der Durchgangsöffnungen;
- Anordnung der Kommunikationsgeräte;
- Montage der Tür und des Schlosses.
Erfahrene Elektroinstallateure empfehlen, den bereits vorbereiteten, zusammengebauten und sogar teilweise bestückten Kasten im vorgesehenen Bereich der Baunische zu befestigen.
Das Bauprojekt sieht in der Regel das Einbringen von Ankern zur Befestigung des Elektroverteilers vor. Falls diese fehlen, muss eine zuverlässige Basis für die Befestigung vorbereitet werden.

Es gibt viele Varianten zur Herstellung von Ankerelementen. Zum Beispiel eine einfache Methode: Anbringen von zwei ausreichend starken Metallwinkeln vertikal oder horizontal im Abstand der Höhe oder Breite des Schrankes. An den Winkeln wird dann direkt der Elektroschrank befestigt.
Etappe #5 – Anschluss der Geräte an das Stromnetz
Anschließend erfolgt die vollständige Bestückung der Verteilerdose mit der erforderlichen elektrischen Ausrüstung, alle Arbeitskabel werden eingeführt und gemäß dem erstellten Schaltplan angeschlossen.
Zuletzt wird im Bereich des elektrischen Verteilerschranks die Stromleitung eingeführt und anschließend an den Eingangspaketschalter angeschlossen. Vom Paketschalter wird die zentrale Leitung dann an den Eingangsleistungsschalter angeschlossen.

Vor dem Anlegen der Spannung werden alle Gruppenumschalter in die Position „Aus“ gebracht. Erst nach dem Einschalten des Paketschalters und des Eingangsleistungsschalters werden nacheinander, beginnend mit den Geräten geringer Leistung, die Gruppensicherungen zugeschaltet.
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Ein Video, das die Arbeit beim Aufbau eines Stromverteilerkastens „von Grund auf“ zeigt, – eine wirksame Hilfe für den angehenden Elektriker.
Es wird empfohlen, sich die Videoanleitung anzusehen, um auf diese Weise die persönliche Wissenssammlung erheblich zu bereichern:
Einen elektrischen Verteilerkasten selbst zu bauen, ist durchaus möglich. Eine andere Frage ist, ob es sinnvoll ist, wenn Sie die Vielfalt der bereits auf dem Markt erhältlichen Fertigprodukte bedenken. Sie können einen Kasten jeder Konfiguration auswählen – für die unterschiedlichsten Bauprojekte.
Um jedoch die Montage des Verteilerschranks qualitativ und korrekt durchzuführen, einschließlich der Installation von Sicherungsautomaten, Zählern, Schaltern und weiterer Ausrüstung, sind Kenntnisse und umfangreiche Erfahrung in der Elektroinstallation erforderlich.
Und für den Einspeisung der Versorgungsleitung und den Anschluss von Verbrauchern ist ein professioneller Elektriker mit einer Genehmigung zur Durchführung solcher Arbeiten erforderlich.
Wenn Sie über die erforderlichen Kenntnisse verfügen oder bereits selbst einen Stromverteilerkasten zusammengebaut haben, teilen Sie bitte wertvolle Ratschläge mit unseren Lesern. Erzählen Sie, ob es vielleicht einige Feinheiten gibt, die wir in diesem Material nicht erwähnt haben? Hinterlassen Sie Ihre Kommentare im unten stehenden Block.
