IP-Schutzart: Entschlüsselung der Normenbezeichnung
Unter bestimmten Bedingungen können elektrische Geräte zu Gefahrenquellen werden. Um dies zu vermeiden, wird auf das Gehäuse oder die Verpackung eine Kennzeichnung mit der IP-Schutzart aufgebracht – dies ist eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern, die umfassende Informationen über die Betriebsbedingungen der Geräte enthält.
Sicherlich ist die Fähigkeit, diese Kennzeichen zu lesen, besonders relevant bei der Auswahl von Geräten, die unter schwierigen Bedingungen eingesetzt werden: hohe Luftfeuchtigkeit, Staubentwicklung, Gefahr mechanischer Einwirkungen usw. Wie Sie Informationen erhalten, die Kennzeichnung entschlüsseln und das passende Gerät auswählen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Inhalt des Artikels:
IP für elektrische Geräte
Die weltweit anerkannte Abkürzung IP hat mehrere mögliche Entschlüsselungsvarianten: International Protection Marking/internationaler Schutzkode, Internal Protection/innerer Schutz, Ingress Protection Rating/Schutzgrad gegen Eindringen.
Die Kennzeichnung gibt den Schutzgrad eines technischen Geräts gegen das Eindringen von Staub, festen Gegenständen und Wasser an.
Die Daten, die die Geräteklasse charakterisieren, werden experimentell unter Verwendung speziell entwickelter Prüfverfahren ermittelt.

Zur Bestimmung des IP-Schutzgrads wird der internationale Standard IEC 60529 verwendet, dessen Äquivalent GOST 14254-96 sowie die erweiterte deutsche Version DIN 40050-9 ist.
In Russland muss jede Ausrüstung, die in Innenräumen installiert wird, den PUE (Regeln für die Errichtung elektrischer Anlagen), den technischen Bedingungen (TU) und GOST R 51330.20-99 entsprechen.
Gemäß der geltenden russischen und internationalen Klassifikation wird die höchste Schutzstufe mit dem Code IP68 gekennzeichnet.
Diese Kennzeichnung weist auf die vollständige Staubdichtheit des Geräts hin, das auch längere Zeit unter Wasser bleiben und dabei erheblichem Druck standhalten kann.

Die höchste durch das DIN-System vorgesehene Schutzstufe wird als IP69-K gekennzeichnet; solche Zeichen werden auf Produkte aufgebracht, die einer Heißwasserreinigung unter hohem Druck standhalten.
Man kann Geräte mit einer unbestimmten Schutzstufe antreffen. In diesem Fall wird die Ziffer durch den Buchstaben «X» ersetzt, d. h. die Kennzeichnung sieht aus wie «IPX0». Auf eine solche Kennzeichnung können auch ein oder zwei lateinische Buchstaben folgen.
Entschlüsselung der Ziffern auf der Produktkennzeichnung
Elektrogeräte können verschiedene Angaben auf dem Gehäuse oder im Datenblatt/technischen Dokumentation enthalten, die auf die Sicherheit ihrer Verwendung unter bestimmten Bedingungen hinweisen. Im Folgenden gehen wir im Detail darauf ein, was jeder dieser Werte bedeutet.
Erste Ziffer auf dem Gerät
Die erste Ziffer gibt den Schutz gegen feste Gegenstände an.

Die Skala der Bezeichnungen umfasst Werte von 0 bis 6:
- «0» — bedeutet das völlige Fehlen einer Schutzbarriere. Gefährliche Teile eines Geräts mit einer solchen Kennzeichnung sind im Wesentlichen frei zugänglich;
- «1» — weist auf bestimmte Einschränkungen für das Eindringen eines festen Gegenstands hin, dessen Größe 50 mm überschreitet; als Beispiel kann man in ein solches Gerät nicht mit dem Handrücken eindringen;
- «2» — kennzeichnet das Vorhandensein einer Barriere für Gegenstände, die größer als 12,5 mm sind, was einem Finger entspricht;
- «3» — besagt, dass es unmöglich ist, mit Werkzeugen oder Gegenständen mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 mm in das Gerät einzudringen;
- «4» — garantiert den Schutz des Geräts vor dem Eindringen von festen Partikeln mit einer Größe von mehr als 1 mm;
- «5» — weist auf einen teilweisen Schutz gegen Staub hin;
- «6» — die höchste Schutzstufe; das Gehäuse des Geräts schützt den inneren Mechanismus zuverlässig vor kleinsten in der Luft schwebenden Partikeln.
Die Kennzeichnung 4-6 weist darauf hin, dass es unmöglich ist, mit einer Nadel, einer Haarnadel oder einem dünnen Draht an die spannungsführenden Teile des Geräts zu gelangen.
Zweite Ziffer der Kennzeichnung
Die nächste Ziffer der zweistelligen Zahl hat eine ebenso wichtige Bedeutung wie die vorherige. Die Kennzeichnung erfolgt mit Ziffern von 0 bis 8.
Von ihr hängt die Möglichkeit ab, das Gerät in Räumen mit Wasserdampf zu verwenden.

Wie im vorherigen Fall bedeutet „Null“ das Fehlen jeglichen Schutzes, im Wesentlichen offene Kontakte.
Geräte, die mit diesem Zeichen gekennzeichnet sind, dürfen nur in absolut trockenen, im Winter gut beheizten Räumen verwendet werden.
Erläuterung der Werte:
- «1» — bietet Schutz des Mechanismus vor senkrecht auf das Gehäuse fallenden Wassertropfen; sie dringen nicht ins Innere ein, wo sich spannungsführende Teile befinden, die Feuchtigkeit fließt von der Oberfläche ab;
- «2» — das Gehäuse verhindert das Eindringen von Wassertropfen, die in einem Winkel von 15° fallen;
- «3» — Barriere gegen Wassertropfen, die in einem Winkel von 60° fallen;
- «4» — Elektrogeräte mit diesem Wert können im Freien aufgestellt werden, da das Gehäuse den Mechanismus vor leichtem Regen und Spritzern schützt;
- «5» — das Gehäuse hält schwachen Wasserstrahlen stand, sodass sie nicht ins Innere gelangen können;
- «6» — Schutz vor starken Wasserstrahlen;
- «7» — Geräte dieser Klasse können kurzzeitig unter Wasser getaucht werden;
- «8» — die maximale Schutzstufe; Geräte mit dieser Kennzeichnung können über einen längeren Zeitraum stabil unter Wasser funktionieren.
Es sind Kombinationen von Ziffern mit Buchstaben möglich, aber nicht zwingend erforderlich.
Buchstabenbezeichnungen der Schutzklasse
Gemäß der Norm GOST 14254-96 können in den Bezeichnungen zusätzlich Buchstaben verwendet werden, die nach den Ziffern stehen. Zur Bestimmung der IP-Schutzart muss man die Kennzeichnung lesen können, d.h. sie entschlüsseln.
Entschlüsselung des ersten Buchstabens
Das Symbol, das unmittelbar nach den Ziffern steht, gibt die Zugangsparameter zum inneren Aufbau des elektrischen Geräts an.

Der erste Buchstabe nach der zweistelligen Zahl hat folgende Bedeutung:
- A – Das Gehäuse solcher Geräte verhindert das Eindringen großer Gegenstände; die spannungsführenden Teile des Geräts können nicht mit der Handfläche berührt werden.
- B – Die Hülle des Geräts verhindert, dass der Benutzer mit dem Finger an die stromführenden Teile gelangt.
- C – Der zuverlässige Schutz macht einen Kontakt der Leiter mit Schraubendreher, Schlüssel und anderen Werkzeugen unmöglich.
- D – Das perfekt angepasste Gehäuse verhindert das Eindringen einer Nadel oder eines dünnen Drahtes in das Gerät.
Als Beispiel betrachten wir die Kennzeichnung IP20B. Das Gerät, auf dem sie angebracht ist, hat keinen Schutz gegen Feuchtigkeit; in sein Inneres kann kein Gegenstand mit einer Dicke von mehr als 12,5 mm eindringen.
Was der zweite Buchstabe aussagt
Das nächste Buchstabenzeichen in der Kennzeichnung gibt die Möglichkeit des Betriebs des elektrischen Geräts unter besonderen Bedingungen an.

In der Kennzeichnung werden die folgenden lateinischen Buchstaben verwendet:
- H – Hochspannungsgerät, das Spannungen bis zu 72 kV standhält;
- M – Das Gerät kann erhöhter Feuchtigkeit standhalten, während es in Bewegung ist;
- S – Feuchtigkeit dringt nicht in das ortsfeste elektrische Gerät ein;
- W – Das Gerät verfügt über zusätzliche Schutzausrüstung, die absoluten Schutz vor klimatischen Einflüssen wie Tau, Wind, Schnee, Hagel, Regen und Raureif gewährleistet.
Es ist anzumerken, dass die derzeit gültige Norm GOST die Bezeichnung «W» abgeschafft hat, sie aber in Kennzeichnungen älterer Geräte vorkommen kann.
Erweiterter deutscher Standard
Es gibt auch den in Deutschland geltenden Standard DIN 40050-9, der eine erhöhte Schutzart IP69K vorsieht, die die Möglichkeit einer Hochtemperaturreinigung bedeutet.
Mit dieser Kennzeichnung versehene Geräte sind nicht nur vollständig staubdicht, sondern halten auch der extremen Kombination aus heißem Wasser und hohem Druck stand.

Ursprünglich wurde die angegebene Schutzart zur Kennzeichnung von Spezialfahrzeugen wie Betonmischern, Lastkraftwagen und Beregnungsfahrzeugen verwendet, die einer regelmäßigen intensiven Reinigung bedürfen.
Später fand das aktualisierte Format Anwendung in Betrieben der Lebensmittel- und Chemieindustrie sowie in anderen Bereichen der Volkswirtschaft.
Gängige Kennzeichnungen von Elektrogeräten
Da moderne elektrische Geräte unter den unterschiedlichsten Bedingungen eingesetzt werden, haben sich im Haushalt und in der Produktion Geräte verschiedener Schutzklassen gegen Feuchtigkeit und feste Partikel verbreitet.
Zu den am häufigsten nachgefragten Kennzeichnungen gehören die Codes IP20, IP44, IP65, IP30 und IP54.

Die Schutzart IP20 gibt an, dass das Gehäuse des Geräts gegen das Eindringen von Gegenständen mit einem Durchmesser von mehr als 12,5 mm schützt, aber keinerlei Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit bietet.
Geräte mit dieser Kennzeichnung sollten in Räumen von Häusern mit trockener Luft und guter Heizung installiert werden.
Derartige Ausrüstung erfordert eine sorgfältige Handhabung: Die nicht allzu hohe Schutzart gegen das Eindringen fester Gegenstände begünstigt mechanische Beschädigungen.
Die Kennzeichnung IP30 bedeutet, dass kein Schutz gegen Feuchtigkeit besteht, jedoch schützt ein solches Gerät besser vor dem Eindringen von festen Objekten mit einem Durchmesser von 2,5 mm und mehr.
Die feste Hülle von Geräten der Klasse IP44 verhindert zuverlässig, dass Leiter, Muttern, Handwerkzeuge mit einer Größe von mehr als 1 mm in den inneren Mechanismus gelangen.
Gleichzeitig gewährleistet das Gehäuse Schutz gegen Wasserdampf und Spritzwasser, das in einem Winkel von 60 Grad auftrifft.

Geräte mit Schutzart IP44 eignen sich für die Installation in feuchten Räumen und im Freien. Im letzteren Fall sollten sie besser unter einem Vordach aufgestellt werden, um sie vor Regenstrahlen zu schützen.
Geräte dieser Klasse können auch in Produktionsräumen und Werkstätten montiert werden, mit Ausnahme von Orten, an denen sich Staubansammlungen befinden.
Geräte der Klasse IP54 unterscheiden sich von den oben beschriebenen durch vollständigen Schutz gegen das Eindringen fester Gegenstände und das Vorhandensein eines teilweisen Staubschutzes.
Sie können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich installiert werden. Bei der Montage im Freien ist es jedoch ratsam, zusätzliche Abdeckungen gegen Niederschlag vorzusehen.
Das Gehäuse von Geräten mit IP55 bietet hervorragenden Schutz gegen Feuchtigkeit und verhindert das Eindringen von Staub. Geräte dieser Schutzklasse eignen sich für feuchte Räume und können im Freien installiert werden, wo sie sogar kurzzeitigen Regen aushalten.

Produkte mit der Kennzeichnung IP65 sind vollständig staubdicht. Sie können nahezu überall montiert werden: in Produktionshallen, Werkstätten, Lagern oder anderen staubigen Umgebungen.
Solche Geräte sind auch ideal für die Installation in Kellern oder Kriechkellern, die durch eine Kombination von hoher Feuchtigkeit und Staub gekennzeichnet sind.
Elektrosicherheit im Badezimmer: IP-Klasse
Ein hoher Schutzgrad ist besonders wichtig für Geräte, die unter schwierigen Bedingungen betrieben werden müssen.
Zu solchen Räumen im Haus gehört das Badezimmer, dessen Luft einen hohen Anteil an Wasserdampf enthält.

Vor der Ausstattung dieses Raumes sollte ein Plan für die Platzierung der Elektrogeräte unter Berücksichtigung ihres Abstands zu Feuchtigkeitsquellen erstellt werden.
Die höchste, nahezu 100-prozentige Luftfeuchtigkeit tritt direkt an der Dusche oder Badewanne auf. In diesem Bereich müssen Niedervoltleuchten mit den höchsten Schutzarten IP67 oder IP68 verwendet werden.
Der Bereich über der Wanne oder Duschkabine gilt ebenfalls als recht gefährlich: Hier gelangen Spritzwasser und Dampf in großen Mengen hin. Für die Installation eignen sich Geräte mit der Kennzeichnung IP45.
Wenn die Leuchte in der Mitte des Raumes in einiger Entfernung von Feuchtigkeitsquellen montiert werden soll, reicht es aus, ein Modell der Schutzklasse IP24 oder höher zu wählen.
Für den trockensten Teil des Badezimmers wird ein Produkt mit IP22 empfohlen. Ein gewisser Schutz ist aufgrund der Hintergrundfeuchtigkeit im Raum und der Möglichkeit von Dampfaustritt erforderlich.

Bei der Auswahl einer wassergeschützten Steckdose sollten Sie diejenige bevorzugen, deren Schutzart zwischen 4 und 6 liegt. Wenn Sie sie in einiger Entfernung von der Dusche oder der Badewanne installieren möchten, ist eine Schutzart von 4 ausreichend.
Wenn Sie die Steckdose näher platzieren, wo Spritzwasser möglich ist, sollte der Schutzgrad höher sein – 5 oder 6.
Für die Ausstattung eines Badehauses oder einer Sauna mit Leuchten und/oder anderen Elektrogeräten sollten Sie Elektroinstallationsmaterial der Klasse IP54 oder höher wählen.
Weitere Informationen zur Gestaltung des Badezimmers finden Sie in den folgenden Artikeln:
- So wählen Sie Leuchten für das Badezimmer aus: Welche ist besser und warum? Ein Vergleich
- Installation von Steckdosen im Badezimmer: Sicherheitsnormen + Montageanleitung
Fazit und nützliche Videos zum Thema
Das Video hilft Ihnen, die IP-Schutzart zu verstehen, die anhand verschiedener Elektrogeräte erläutert wird:
Die Verwendung eines Geräts mit unzureichender Schutzklasse kann zu schwerwiegenden Folgen führen: Geräteausfall, Kurzschluss der Verkabelung und sogar Stromschlag.
Um solche Probleme zu vermeiden, müssen Sie bei der Auswahl unbedingt die Bedingungen berücksichtigen, unter denen das Gerät betrieben werden soll. Vor dem Kauf sollten Sie die Kennzeichnung überprüfen, die den Anforderungen vollständig entsprechen muss.
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